Hansaplatz 7, Klohäuschen und Nachbarschaft

Liebe Nachbarn und politische Freunde des Münzviertels,

zum stadtteilpolitischen Auftakt des neuen Jahres übersende ich euch drei Links, die meines Erachtens in einem engen Zusammenhang zueinander stehen. Nach zehn Jahren aktive Stadtteilarbeit erspare ich mir vorerst weitere Kommentare. Außer den Hinweis an die politisch Verantwortlichen der BASFI, doch als weiteren Standort für das diesjährige Winternotprogramm gegen den Erfrierungstod von Obdachlosen das Gebäude Hansaplatz 7 auszuwählen. Und diesen Hinweis bitte verbinden mit ärgerlichen Grüßen aus dem Münzviertel an den jetzigen Prokuristen der „Aussenalster WPB Holding GmbH“ (Eigentümerin Hansaplatz 7), unseren ehemaligen Bezirksamtsleiter Herrn Markus Schreiber. Ein Hoch auf die Weitsichtigkeit der politisch Mächtigen dieser Stadt.

Mit nachbarschaftlichen Grüßen
euer bzw. ihr Günter Westphal

„Markus Schreiber, langjähriger Bezirksamtsleiter in Hamburg-Mitte, kann auch in seinem neuen Beruf als Prokurist sein langjähriges politisches Projekt weiterverfolgen: Die „Aufwertung“ innenstadtnaher Stadtteile und den Austausch der Bewohner_innen. Die Immobilienfirma, für die er arbeitet, hat vor kurzem ein Haus am Hansaplatz in St. Georg luxussaniert und verkauft die Wohnungen dort zu Preisen von 3800 – 5000 Euro pro Quadratmeter.

Für die gutbetuchten neuen Bewohner_innen hat Schreibers Partei bereits einiges unternommen – so wurde der Hansaplatz umgestaltet und die Sitzmöglichkeiten entfernt, um Trinker_innen und Drogenbenutzer_innen zu vertreiben, mit dem Kontaktverbot für Freier, das im vergangen Jahr eingeführt wurde, sollen die Sexarbeiter_innen aus dem Stadtteil vertrieben werden.

Markus Schreiber findet daran nichts auszusetzen: „Ich betrachte es als eine sehr positive Entwicklung, dass die Prostitution hier zurückgedrängt wird und Normalbürger den Platz zurückerobern“ – außerdem sei in dem Haus vorher nur ein Bordell gewesen, und durch die Luxussanierung werde keine Wohnbevölkerung verdrängt. Dass die steigenden Mieten und die Aufschickung des Viertels aber sehr wohl zu steigenden Mieten und der Verdrängung der Nachbar_innen führen ist leider unübersehbar. Markus Schreiber ist das Paradebeispiel für einen Protagonisten der „revanchistischen Stadt“ (damit meint der im September verstorbene amerikanische Stadtsoziologe Neil Smith das Phänomen der Rückeroberung der Innenstädte durch das Bürgertum)“.

entnommen:   Leerstand zu Wohnraum

mobil.abendblatt.de

http://de.wikipedia.org/wiki/Markus_Schreiber

MÜNZVIERTEL

Auf gute Nachbarschaft!

www.hinzundkunzt.de/auf-gute-nachbarschaft/

Fast überall in Hamburg machen Anwohner gegen neue Unterkünfte für Flüchtlinge und Obdachlose mobil. Die Bewohner des Münzviertels zeigen, dass es auch anders geht.

Jetzt soll alles ganz schnell gehen: 1500 neue Dauerunterkünfte für Obdachlose und Flüchtlinge will die Sozialbehörde binnen kürzester Zeit in ganz Hamburg eröffnen. Das ist auch höchste Zeit, denn die bisherigen Unterkünfte platzen aus allen Nähten. Bis in den Dezember mussten Flüchtlinge noch in Zelten schlafen, weil ein Umzug aus der Erstaufnahmestelle in feste Unterkünfte nicht möglich war. Und die Dauerunterkünfte für Obdachlose sind ausgelastet, weil die Bewohner auf dem Wohnungsmarkt keine Bleibe finden. Entsprechend überlastet sind auch die Notunterkünfte für den Winter, zum Beispiel das Winternotprogramm im ehemaligen Bürohochhaus an der Spaldingstraße.

Jeder Bezirk muss seinen Teil zu den neuen Unterkunftsplätzen beitragen. In der Rothenhauschaussee in Bergedorf sollen noch in diesem Jahr 300 Plätze entstehen, in Eimsbüttel am Offakamp 180 und 70 Unterkunftsplätze  im Oststeinbeker Weg im Bezirk Mitte. Damit die zuständige  Sozial­behörde die Einrichtungen schnell eröffnen kann, ist sie auf das Wohlwollen der jeweiligen Nachbarn angewiesen. „Es wäre allen geholfen, wenn insgesamt ein Klima entstünde, dass wir das nur gemeinsam lösen können“, sagte Sozialsenator Scheele und appellierte an die Solidarität der Anwohner.

Die ist wohl nirgends so ausgeprägt wie im Münzviertel. Den dortigen Anwohnern wird einiges zugemutet: Hunderte Junkies besuchen dort täglich die Drogenberatungsstelle Drob Inn, 240 Obdachlose pilgern jeden Tag … Lesen Sie weiter in der Januar-Ausgabe von Hinz&Kunzt!

——– Original Message ——–

Subject: Klohäuschen
Date: Thu, 20 Dec 2012 10:30:59 +0000
From: „Prott, Bettina“

Lieber Herr Stürmann,

wie im letzten Gespräch verabredet hier nun meine Rückmeldung zum Thema „Klohäuschen“ in der Spaldingstraße:es wird ein Klohäuschen auf der Fläche hinter dem Winternotprogramm in der Spaldingstraße aufgestellt werden! Dies soll so schnell wie möglich geschehen- ich gehe wegen der Feiertage davon aus, dass dies spätestens Anfang Januar der Fall sein  wird. Herr Leo von f & w erhält diese mail cc.- er wird Sie informieren, wann dies genau erfolgen wird.

Mit diesem „Beitrag“ möchten wir erreichen, dass die Belastungen des Münzviertels weiter reduziert werden und auch unseren Dank für die Toleranz im Münzviertel aussprechen.

Wir wünschen Ihnen angenehme Festtage,
mit freundlichen Grüßen
Bettina Prott

Behörde für  Arbeit, Soziales,  Familie und Integration
Amt für Soziales
Abteilung Wohnungslosenhilfe und öffentliche Unterbringung
Abteilungsleiterin
Tel.: 42863- 2817
Fax: 42863- 6090

s. weiter: http://www.muenzviertel.de/?p=476