Gestern: koZe / Heute: Entenwerder / Morgen: tanzen wir / Cornern gegen G20! Münzplatz 4. Juli 2017

„Unser Leben ist eine Reise /
Im Winter und in der Nacht. /
Wir suchen nach einer Passage …“

Guy Debord 1959

Video: IMG_8037Polizei ignoriert Justiz: http://www.taz.de/!5422751/Video: No G-20Staatsgefährdend: „koZe bleibt!“ Urteil gegen koZe-Aktivistin am 20.4.17: http://www.muenzviertel.de/blog/?p=4506Münzplatz 4.7.2017Münzplatz 7.7.2017

s. weiter: Cornern gegen G20! Münzplatz 4.Juli 2017 
http://www.muenzviertel.de/blog/?p=4746

 

Cornern gegen G20! Münzplatz 4.Juli 2017

Liebe Münzviertler*innen,

in wenigen Tagen findet der G20-Gipfel in Hamburg statt. Wir wollen mit euch am Dienstagabend, dem 4. Juli, beim „hedonistischen Massencornern“ zeigen, dass wir hier leben, wohnen und arbeiten und den G20-Gipfel und den mit ihm verbundenen Ausnahmezustand ablehnen.

Gemeinsam wollen wir mit euch auf den Straßen und den Plätzen grillen, Spiele spielen, Bier trinken, diskutieren und lachen. Eurer rebellischen Phantasie sind dabei keine Grenzen gesetzt. Subversiv machen wir gemeinsam die Stadt bunt und zeigen an vielen Punkten gleichzeitig, dass unser Viertel uns gehört und nicht den Staatschefs der G20.

Passend zu dieser Aktion wird es im Radio eine NoG20-Musiksondersendung auf FSK 93,0 von 16-22 Uhr geben. Wir würden uns daher freuen, wenn ihr eure Boxen auf die Balkone oder Fenster stellt und darüber das Radioprogramm aus tausenden Boxen gleichzeitig auf den Straßenzügen unüberhörbar wird.

Wir wollen damit zeigen, dass Protest solidarisch und dezentral funktioniert. Alle Straßen der angrenzenden Viertel werden durch das gemeinsame Hören des Radioprogramms und das gemeinsame Cornern miteinander verbunden um eine laute, bunte, chaotische, lustige und spaßige Protestsituation zu schaffen, bei dem wir zeigen wollen, wie eine solidarische Stadt der Zukunft aussehen kann.

Alles allen, bis alles allen ist!www.allesallen.info

Wir treffen uns auf dem Münzplatz
bis dahin mit nachbarschaftlichen Grüßen
eure Stadtteilinitiative Münzviertel
Norderstraße 24.6.17
s. hierzu: „dazwischen grätschen“http://www.muenzviertel.de/blog/?p=4304
und:  „… aus dem Off / Münzplatz 1.6.2017″ http://www.muenzviertel.de/blog/?p=4568

 

Einladung: 16. Straßenfest Münzviertel 24. Juni 2017

Am Samstag, den 24. Juni, feiert das Münzviertel sein 16. nicht-kommerzielles Straßenfest.

Hinter der Kulisse des Hauptbahnhofs, eingebettet zwischen breiten Bahnschienen, liegt das Münzviertel versteckt und zugleich in der Mitte der Stadt zentral gelegen. Hamburgs “schönste Verkehrsinsel” lädt mit dem Straßenfest zur Erkundung ein. Mit seinen Bewohner*innen und den hier ansässigen sozialen Einrichtungen, Kunsträumen und Nachbarschaftsprojekten, bildet das Münzviertel ein einzigartiges urbanes Konglomerat von Kunst, Bildung und Soziales.

“Unser Stadtherz muss für alle Menschen schlagen”, meinen wir. Die schon viel zu lange praktizierte neoliberale Stadtentwicklung durch Politik, Verwaltung und Immobilienwirtschaft wirft die Frage auf: “Wem gehört die Stadt?”

Unter dem Motto “Quer Denken” laden wir alle Menschen ein, die etwas anderes mögen als Alstervergnügen und Hafengeburtstag.

In diesem Jahr wird das „Werkhaus Münzviertel – zur Verschränkung von Pädagogik, Kunst und Quartiersarbeit“ gewürdigt: Nach 40 Monaten erfolgreiche Modellphase ist das Schlüsselprojekt des ehemaligen städtebaulichen „Fördergebiet Münzviertel (RISE)“ verstetigt worden. http://www.werkhaus-muenzviertel.de

Nach dem Abbau der Winternotprogramm-Container ist das ehemalige Schulgelände am Schultzweg seit den 1. April frei. Wir fragen weiter: was passiert mit dem Areal? Neoliberale Planungen liegen vor, doch wir sagen: Das können wir besser! Seit Jahren liegen unsere Entwürfe vor (siehe: http://www.muenzviertel.de/blog/?p=3523). Für das alte Schulgebäude z.B. sind darin Räume für ein sozio-kulturelles Zentrum, eine Fahrradwerkstatt und die örtliche Food-Coop vorgesehen.

Am Samstag, den 24.6.17 feiern wir uns selbst. Ab 14:00 Uhr geht es auf der Bühne und den Straßen rund um den Münzplatz international, subkulturell und unkommerziell zu.

Bühnen Programm

21h Oriental Band (Jazz Set)
20h Eloiis Williampèr
19h Ur! Geller
18h Lachsschaumspeise
17h could be me
16h Schengen Man
15h Oriental Band (Arabische Gesang Set)

Oriental Band – Zead Khawam

und Freunde spielen traditionelle, folkloristische arabische Musik aus den unterschiedlichen Epochen diverser Länder des Orients wie Syrien, Ägypten, Marokko, Algerien, und der Türkei. Eine ungewöhnliche Klangkombination aus Kanun, Kontrabass, Schlagzeug, Darbuka macht hier die Musik: ebenso abwechslungsreich wie tanzbar.

Für das Münzviertel Straßenfest spielt die Oriental Band zwei Sets in unterschiedlicher Besetzung: ein Set mit arabischem Gesang und zum Festabschluss ein Set mit Instrumental/Jazz.

Schengen Man

Schengen Man est un groupe avec basse, boîte à rythmes, magnétophone. « Funky Cabaret Voltaire ».

Schengen Man is a band with bass, drum machine, tape recorder. „Funky Cabaret Voltaire.“

Σένγκεν είναι μια μπάντα με μπάσο, τύμπανο μηχανής, κασετόφωνο. «Funky Cabaret Voltaire.»

Skupina z bas, boben stroja, tračni stroj je Schengen Man . „Funky Cabaret Voltaire“.

Schengen Man es una banda con bajo, tambor de la máquina, grabadora. „Funky Cabaret Voltaire.“

Lachsschaumspeise

Das Hamburger Duo Lachsschaumspeise sind Carsten Campen ( Schlagzeug / Sampling / Elektronik ) & Lars Scherzberg ( Altsaxophon). Ihr Repertoire entwickeln sie über die intensive Interaktion von Perkussion, Sampling und Saxophon, die mit der Methode des „instant composing“, im Augenblick des Spielens, fortwährend variiert und strukturiert wird. Sphärische Klangwolken und energetisch expressive Ausbrüche, wandeln sich in melodiöse Patterns und zeitweilig groovige Passagen um.
https://soundcloud.com/lachsschaumspeise

could be me

Aus verschiedensten musikalischen Himmelsrichtungen fanden sich could be me im Jahr 2015 zusammen, um die unzähligen Möglichkeiten auszuprobieren, einzelne Noten zu Liedern zusammenzubasteln. Die dabei entstandene Melange enthält dementsprechend eine Menge Zutaten, von Soul über Indie bis Groove, und kann seitdem in der so entstandenen Geschmacksrichtung „Post-Pop“ auf ausgewählten Veranstaltungen angeschmeckt werden – so auch beim diesjährigen Münzviertelfest!
https://soundcloud.com/user-723921176

Eloiis Williampèr

„Lana Del Rey ist allein mit dir an der Reling der Costa Concordia. Die Zukunft ist weiblich, das Meer warm, die Küste weit. Der Tag ist lang, die Welt ist groß, die Gefühle auch. Du weißt nicht was Liebe ist (ich auch nicht). Das geht jetzt noch eine Weile. Ich glaube du hältst die Schere falsch, aber ich habe die Musik. Morgen gehört den Träumern, nicht wahr?“
https://vimeo.com/54801061
https://soundcloud.com/eloiis

Ur! Geller

Die Hamburger No Wave Band „Uri Geller“ hat eine Single und ein CD auf KNISTERN sowie eine Split Single mit „Tumorchester“ auf dem Label „Fidel Bastro“ veröffentlicht.

Fast alle Kompositionen der Band sind Arrangements „gefundener“ rhythmischen Etüden. Wie immer spielt die Gruppe (Schlagzeug, Orgel, Bass, Klarinetten, Gesang) mit treibender Energie und auf dem Punkt. Kreischende Ausbrüche werden gefangen und in asymmetrischen Grooves eingebettet.
http://www.knistern.net

Darüber hinaus gibt es wie gewohnt experimentelle künstlerische Beiträge

1/ Auf der Straße

Das ViertelRad bringt Bewegung für das Münzviertel und das Werkhaus. Das vierrädrige Velomobil ist so groß wie ein kleines Auto: Es bietet Platz für zwei Menschen und es hat eine große Ladefläche. Damit ist es sowohl Nutzfahrzeug, als auch Vehikel der Kommunikation.

Das Verkehrsexperiment ViertelRad wird auf dem Münzviertel Straßenfest erstmals vorgestellt und kann Probe gefahren werden. Es wurde von den Werkhäusler*innen – im Werkhaus arbeitenden jungen Erwachsenen – produziert: geschweißt, verschraubt, lackiert, feinjustiert.  Im Werkhaus heißt es oft kurz „le velo“ und es entsteht in Zusammenarbeit mit Fabian Nitschkowski.  http://werkhaus-muenzviertel.de/viertelrad.html

2/ In der Norderstr. 71 ug

Zu Gast in “unlimited liability”: Musikwerkstatt Pinazola.

Reinschauen lohnt sich in das Labor für Musik und Akustik. Finden Sie heraus, welche Phänomene in der Klanginstallation zu hören sind und bespielen Sie das betretbare Bühnenbild. Der Klang ist Akteur und erfindet den Raum. Treten Sie ein in die Welt aus Resten des Theaters, in ein Fenster, in die Fantasie und in einen Abgrund.
Die Instrumenten-Werkstatt von Len Pappe ist die dritte Staffel von “unlimited liability Labor” und basiert auf der besonderen Unterstützung der Werkstätten des Hamburger Schauspielhauses. In Zusammenarbeit mit Freunden bauen Len Pappe und Gastgeber Michel Chevalier das wandelbare “Klang-Environment”. Sie heißen Sie willkommen, ihnen am 24.6.2017 während des Straßenfestes im Münzviertel einen ersten Besuch abzustatten. Hören Sie selbst und bitte beachten Sie: work in progress, diese Arbeit ist in Verwandlung begriffen.
http://targetautonopop.org

… und auch wie gewohnt: buntes Kinderprogramm, leckere internationale Speisen und Getränke, aufregende Infostände und Flohmarktüberraschungen.

Wir freuen uns auf euch
Stadtteilinitiative Münzviertel
www.muenzviertel.de/blog/

s.weiter: 15 x Straßenfest Münzviertel 16.7.2016

 

Entschieden: „Hauptsache der Rubel rollt“: Städtebaulich-hochbaulicher Wettbewerb „Quartier am Klosterwall“

Siegerentwurf: KPW Papay Warncke und Partner Architekten, Urheber: Bloomimages

Das haben die Stadtmütter und Väter wieder mal ganz gut hinbekommen: Städtebaulich-hochbaulicher Wettbewerb „Quartier am Klosterwall“. Ergebnis:

Hochbau: piefig, renditesüchtig, Blockrandbebauung, keine Brüche, keine Nischen, keine Luft zum Durchatmen, „ängstlicher Murks“ schreibt Gert Kähler in der Zeit v. 9.6.17: http://www.zeit.de/hamburg/kultur/2017-06/city-hof-kontorhausviertel-hamburg-architetkur?wt_zmc=sm.ext.zonaudev.facebook.ref.zeitde.share.link.x&utmStädtebau: eine soziale Katastrophe: einfallslos Hotel, Büroräume, Wohnungen und Kita auf engsten Raum aneinandergereiht, Einzelhandel von der Stange, plump in der Abgrenzung zum östlich gelegenen Hauptbahnhofbereich einschließlich des Münzviertels mit seinen vielen sozialen Zentraleinrichtungen: Streng dem Motto: „Spiel nicht mit den Schmuddelkindern“ http://www.muenzviertel.de/blog/?p=3728

Denkmalschutz: „Der Siegerentwurf ist eine Enttäuschung“ schreib Elisabeth Jessen im HA v. 3./4./5./ 6.17:
http://www.abendblatt.de/meinung/article210785553/Siegerentwurf-fuer-City-Hochhaeuser-ist-Enttaeuschung.htmlSanierungsentwurfs: gmp Architekten von Gerkan, Marg und Partner

Bürgerbeteiligung: eine Farce, „Pseudo-Bürgerbeteiligung“ schreibt Mathis Neuburger in der Mopo v. 31.5.17:
http://www.mopo.de/hamburg/streng-geheim—merkwuerdige-praesentation-fuer-city-hochhaeuser-26994666-seite2

Bündnis Stadtherz: Wir verstehen nur Bahnhof! Für eine soziale Stadtentwicklung rund um den Hauptbahnhof in einer Stadt für alle.
http://www.muenzviertel.de/blog/?p=4334s. weiter:  „Herzstadtmacher* – für eine soziale Stadtentwicklung“ Arno-Schmidt-Platz, 20095 Hamburg 27.5.17: http://www.muenzviertel.de/blog/?p=4539Weitere Informationen:
www.buendnisstadtherz.org
www.facebook.com/BuendnisStadtherz/

Cooler Abend „Münzgarten“ | Radküche am Werkeln | Tante Münze an der Bar | Gartengang im Beet | Pizzaofen am Backen | 1.6.17

Münzgarten 2.6.17Münzplatz 2.6.17

TanteMünzehttps://www.facebook.com/TanteMünze-298729173871957/?fref=mentions
Radküchehttps://www.facebook.com/RadkuecheMuenze/?fref=mentions

s. weiter: … aus dem Off / Münzplatz 1.6.2017http://www.muenzviertel.de/blog/?p=4568

„Herzstadtmacher* – für eine soziale Stadtentwicklung“ Arno-Schmidt-Platz, 20095 Hamburg 27.5.17

HERZSTADTMACHER* – FÜR EINE SOZIALE STADTENTWICKLUNG

„Ein Herz kann man nicht reparieren“, meint Udo Lindenberg. Doch trifft das auch für das Herz unserer Stadt – den Hauptbahnhof und die ihn umgebenen Quartiere Altstadt, St. Georg und Münzviertel – zu? Braucht es einen Herzstadtmacher*?

„Nachverdichtung kann regelrechte Stadtreparatur sein“, meint Jörn Walter. Mit einem Neubau anstelle des City-Hofes will der Oberbaudirektor zudem „das Kontorhausviertel vervollständigen und einen schönen Stadteingang gestalten“. Doch ist es Stadtreperatur, wenn für diese zunächst ein Teil unserer Stadt zerstört wird und der Neubau keinerlei Bezug auf die Historie des Ortes nimmt? Wurde das Kontorhausviertel damals nicht bereits mit dem City-Hof vervollständigt und liegt die Schönheit nicht in den Augen der Betrachter*innen?

„Unser Stadtherz muss für alle Menschen schlagen“, meinen wir. Die schon viel zu lange praktizierte neoliberale Stadtentwicklung durch Politik, Verwaltung und Immobilienwirtschaft wird dem Recht auf Stadt für alle nicht gerecht. Es ist höchste Eisenbahn, daran etwas zu ändern. Doch wie kann eine soziale Stadtentwicklung gestaltet werden? Was fehlt unserem Stadtherz?

Eine Veranstaltung vom Bündnis Stadtherz: AStA der HafenCity Universität Hamburg | Berufsverband bildender Künstlerinnen und Künstler Hamburg e.V. | City-Hof e.V. | Einwohnerverein St. Georg von 1987 e.V. | fux eG | Gängeviertel e.V. | LandesAstenKonferenz Hamburg | Netzwerk „Recht auf Stadt“ Hamburg | Stadtteilinitiative Münzviertel

Weitere Informationen:
www.buendnisstadtherz.org
info@buendnisstadtherz.org

*Im Sinne von Herzschrittmacher und deshalb nicht gegendert

siehe weiter: Volles Haus: Soziale Stadtentwicklung rund um den Hauptbahnhof / 24.1.17 / Wir machen weiter!

Staatsgefährdend: „koZe bleibt!“ Urteil gegen koZe-Aktivistin am 20.4.17

15.6.15

Sie fürchten unsere Poesie,
unser Hier und Jetzt,
unsere kollektive Solidarität.
Verneinen unsere Bilder
und erklären uns als staatsgefährdend:
„koZe bleibt!“

Am 20.4.17 sprach das Amtsgericht St.Georg sein Urteil. Angeklagt war eine koZe-Aktivistin wegen Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte während des ersten großen Polizeieinsatzes am 27.7.15 rund um das ehemalige KITA-Gebäude Norderstraße 59 (Schule für Hörgeschädigte). Sie erhielt eine Verwarnung und eine Geldstrafe auf Bewährung, die sie nicht zahlen muss, wenn sie zwei Jahre straffrei bleibt (1). Das Strafprozessverfahren gilt als Muster für vier weitere Verfahren zum gleichen Tatbestand.

Im Laufe des Verfahrens wurde ich als Vertreter von KuNaGe e.V. zum Mietvertrag der 70 qm großen Räume (TanteMünze, Radküche) in der KITA im Juli 16 vom LKA und während der Gerichtsverhandlung am 27.1.17 als Zeuge befragt. Im Mittelpunkt der Befragungen stand neben der Frage nach dem Nutzungsrecht für das Außengelände der KITA die Frage, wann und in welcher Form der Verein „KuNaGe e.V.“ über den bevorstehenden Beginn der Asbestarbeiten in den angrenzenden Schulgebäuden vom Vermieter LIG informiert wurde.

Dabei stellte sich heraus, dass KuNaGe e.V. bewusst vom Landesbetrieb Immobilienmanagement und Grundvermögen (LIG / Finanzbehörde) in Absprache mit der Polizei (Einsatzleitung Polizeidirektor Hartmut Dudde) über den Beginn der Arbeiten sowohl zu spät wie auch zeitlich irreführend informiert wurde (2). Als Weiteres wurde vor dem Gericht geklärt, dass der Polizeieinsatz ohne Rechtsgrund stattfand, da es für den Einsatz weder einen rechtlichen Räumungstitel noch ein förmliches Amtshilfegesuch gab, wie dies Herr Dudde im Zeugenstand bekundete. Wer schließendlich für den gesetzwidrigen Polizeieinsatz verantwortlich war bzw. ist, blieb vor Gericht im Dunkeln, da der Justiziar des LIG Daniel Singh bei der Beantwortung dieser Frage auf sein Aussageverweigerungsrecht verwies.

27.7.15

Zwar überrascht uns im Viertel die gezielte Falschmeldung über den Beginn der Asbestarbeiten wenig. Zumal wir bereits nach dem ersten und zweiten Polizeieinsatz Ende August 2015 öffentlich den Verdacht äußerten, dass die massiven Polizeieinsätze unter dem Schlachtruf: „Keine zweite Flora“, gemeinsam angeheizt von CDU (Antrag Bürgerschaftsfraktion Joachim Lenders, Dennis Gladiator 9.6.15)) und Hamburger Abendblatt (9.6.15) (3), sowie die strikte Gesprächsverweigerung von SPD und Grünen mit uns gemeinsam nach einer Lösung zu suchen, ausschließlich einem politischen Schlagabtausch zwischen den Parteieliten von SPD und Grünen (untereinander) einerseits und der CDU andererseits dienten.

Aber dass die Falschmeldung nur die oberste Spitze eines von der Polizei im Verbund mit dem LIG generalstabmäßig durchgeführtes Antwortgeben des Senats auf unsere Fragen nach einer partizipatorischen Stadtentwicklung „auf gleicher Augenhöhe“ war, überrascht dann doch über alle Maßen und entlarvt das massive Polizeiaufgebot am 27.7.15 von zwei Hundertschaften samt Wasserwerfer, Räumfahrzeuge, Reiterstaffel einschließlich Beweissicherungs- und Festnahmeeinheiten (BFE) als öffentlichkeitswirksame Inszenierung staatlicher Machtarroganz (4).

 27.7.15   Quelle: dpa

Als strategisch platzierter Überraschungseffekt beschrieb der Vertreter des LIG Jens Lorenzen am 9.2.17 vor Gericht den überfallartigen Polizeieinsatz am frühen Morgen, um damit möglichst die Anwesenheit von weiteren Unterstützer*innen für das Kollektive Zentrum zu verhindern. Grund dafür seien Schilder auf dem Gelände gewesen mit der Aufschrift „koZe bleibt“. Diese wiederum brandmarkte die Staatsanwaltschaft in ihrem Plädoyer zur Verurteilung der koZe-Aktivistin als staatsgefährdend und begründete damit den gesetzwidrigen Polizeieinsatz am 27.7.16.

7.8.15

Ob die koZe-Aktivistin Einspruch gegen das Urteil erhebt, entscheidet sie nach dem Erhalt der schriftlichen Urteilsbegründung.

Günter Westphal 28.5.17

(1)Widerstand an der Untergrenze“ taz v. 21.4.17:
http://www.taz.de/Urteil-gegen-Koze-AktivistInnen/!5399194/

(2)  Re_ 2014-08-011-Si – SoV – Mietvertrag Norderstraße 65

(3) „Polizei warnt: In Hamburg entsteht eine neue Rote Flora“
Hamburger Abendblatt v. 9.6.15 s.: Angst 2. Flora

(4) „Sie fürchten unsere Poesie“ http://www.muenzviertel.de/blog/?p=2953 

siehe weiter: „Intransparenz, Verschleppen, Weglassen, Lügen: „Neubebauungen: Grundstück ehemalige Schule für Hörgeschädigte“ Schlüsselprojekt: „Fördergebiet Münzviertel (RISE)“ Ein chronologischer Aufriss: http://www.muenzviertel.de/blog/?p=4131

Die Wünsche fingen an, Wirklichkeit zu werden / Münzplatz 27.4.2017

Münzplatz 27.4.17:  IMG_5540

Die kapitalisierte Zeit stand still.
Ohne Züge, ohne Métros, ohne Autos, ohne
Arbeit holten die Streikenden die Zeit
nach, die sie auf so triste Weise in den
Fabriken, auf den Strassen, vor dem
Fernseher verloren hatten. Man bummelte
herum, man träumte, man lernte zu leben.

Die Wünsche fingen an, Wirklichkeit zu
werden. Zum ersten Mal gab es wirklich
eine Jugend.

René Viénet „Wütende und Situationisten in der Bewegung der Besetzungen“ Paris Mai 68