Einladung: Probe # 5 „1.460 Tage WERKHAUS MÜNZVIERTEL“ 8.12.2017

Der Himmel, die Kunst, das Unfertige und das Nachhaltige

1460 Tage Werkhaus Münzviertel: 1095 Tage Modellprojekt, 365 Tage Verstetigung. Ob als Versuch oder im Bestand – das Werkhaus bleibt unfertig, selbstkritisch und experimentell. Und doch: Das Werkhaus Münzviertel ist und bleibt im Kontext sozial-emanzipatorischer Gestaltung geerdet in seiner Verschränkung von Pädagogik, Kunst und Quartiersarbeit.

Die künstlerische Raumproduktion Werkhaus Münzviertel* ist uns den Stadtteilaktivistinnen und Aktivisten des Münzviertels nicht urplötzlich aus heiterem blauen Himmel herab auf die Füße gefallen. Sondern ist unser bildhaft gewordene Einspruch wider die eiskalten Skeletthände rationaler Ordnung und totaler Verdinglichung von Mensch und Welt. Es ist unser 15 Jahre fortwährendes Aufbegehren gegen eine von »oben nach unten« diktierte Stadtteilentwicklung, die sich wenig schert um das gemeinwohlorientierte Alltagwissen der vor Ort Lebenden und stattdessen im Sinne einer »unternehmerischen Stadt« neoliberale Glaubenssätze mit deren marktkonformen Konzepten hofiert und bestärkt.

Im Mittelpunkt der Arbeit vom Werkhaus Münzviertel steht die Beförderung der jeweiligen Werkhäuslerin oder des jeweiligen Werkhäuslers in ihrer oder seiner originären Einzigartigkeit im Rahmen eines demokratisch-partizipativen Gemeinwesens. Leitkriterium unseres Gestaltens und Reflektierens von sozialen Verknüpfungen sind die subjektiven Behauptungen der Kunst. Diese sind affirmativ, intuitiv und selbstreflexiv. Wir benötigen die Kunst mit ihrem schöpferischen Tun und ästhetischem Denken als Schutzpatronin der Subjektivität, denn in dem Geheimnis der Subjektivität des Menschen gründet sich die Sozialität des Menschen.

„Münzgarten“ 15. Straßenfest Münzviertel 16. Juli 2016 s. Link:
 http://www.muenzviertel.de/blog/?p=3292

Frei nach dem Motto »Am Tag Werkhaus für die Werkhäusler*innen und am Abend Treffpunkt für die Quartierbewohner*innen« sind die Räume des Werkhauses zur Identität stiftenden Herzkammer der gemeinwesenorientierten Aktivitäten der Stadtteilinitiative geworden. Gemeinsame Schnittstellen zwischen den Werkhäusler*innen und den Quartierbewohner*innen sind neben dem gemeinsam bewirtschafteten »Münzgarten« im Hinterhof des Werkhauses die Fahrradselbsthilfe »Radküche Münze« sowie die jährlichen Straßenfeste und abendliche Musikveranstaltungen in der Aula des Werkhauses.

Wurde das Werkhaus während der Modellphase von 2013 bis 2016 aus RISE-Mitteln finanziert, so wird dieses im Zuge der Verstetigung seit November 2016 bis Dezember 2018 durch die »Freie und Hansestadt Hamburg, Bezirksamt Mitte« finanziert. Ab Januar 2019 steht die Weiterfinanzierung des Werkhauses wiederum auf dem Prüfstand und es droht die Gefahr, dass sich der Druck der Verallgemeinerung durch technokratische Kriterien sozialer Förderungsmaßnahmen zulasten des subjektiv ausgerichteten Kunstcharakters vom Werkhaus Münzviertel weiter verstärkt.

Gegen eine solche Verallgemeinerung zielt das Einrichten des »Münzviertel Archiv« im Rahmen von Kunst im öffentlichen Raum, Kulturbehörde Freie und Hansestadt Hamburg. Denn das Archivieren von Doku-Materialen über 15 Jahre Stadtteilarbeit (Entwürfe, Protokolle, Aufsätze, Presseartikel, Plakate, Fotos, Historie u.a.) unterbricht in seiner räumlichen Verortung den Zeitenfluß von Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft und ermöglicht in der eingefrorenen Zeit ohne das Tick-Tack der Sekunden das kritische Reflektieren des Gewesenen und eröffnet für das quartierbezogene Werkhaus Münzviertel den dynamischen Blick ins Zukünftige s. Link: http://www.muenzviertel.de/blog/?p=5069

Günter Westphal

* www.werkhaus-muenzviertel.de/

s. weiter: Bilderbogen: Probe # 4 „36 Monate WERKHAUS MÜNZVIERTEL“ / „Über das Künstlerische im Werkhaus Münzviertel“ 24.11.2016 http://www.muenzviertel.de/blog/?p=3854

Einladung zur Ausstellung „Das Münzviertel Archiv“ in die Galerie Renate Kammer Münzplatz 11 20097 Hamburg am 7.12.2017 um 19 Uhr

Mit der Rauminstallation: „Das Münzviertel Archiv“ beginne ich eine über mehrere Monate angelegte Archivarbeit. Die Installation soll bis zum 20. Jan. 2018 als Diskurs- und Praxisplattform dienen, um gemeinsam mit den Bewohner*innen und weiteren Stadtteilakteuren aus Politik, Sozial-Institutionen, Gewerbetreibenden und Hauseigentümern nach einem endgültigen, Identität stiftenden Standort im Münzviertel zu suchen.

Seit 2002 bewege ich mich aktiv im Quartier. Es ist ein künstlerisch-forschendes Fragen nach der Innovationskraft von Kunst innerhalb von sozialen, öffentlichen und politischen Wirklichkeiten und sucht zugleich praxisbezogen Antwort nach der Überbrückung der Diastase zwischen urbanen Eigensinn künstlerischer Stadtentwicklung und tradierter Stadtplanung von „oben nach unten“.

15 Jahre Kunstarbeit vor Ort ergibt eine große Menge an Entwürfen, Skizzen, Aufsätze, Fotografien, Plakate, Filme, Protokolle, Presseartikel, Historien u.a. Das Münzviertel Archiv ist mein bildnerisches Unterfangen, diese zu sichten und räumlich zu verorten.

Eine Verortung, die den Zeitenfluß von Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft unterbricht und in der gefrorenen Zeit ohne das Tick-Tack der Sekunden es ermöglicht, das Gewesene zu reflektieren und einen dynamischen Blick ins Zukünftige zu öffnen.

Günter Westphal Nov. 2017

GALERIE RENATE KAMMER
architektur und kunst
münzplatz 11
20097 hamburg
tel. +49 40 232 651
fax +49 40 231 907

mail@galerierenatekammer.de
www.galerierenatekammer.de

s. ebenfalls:
„Heimatkunde Münzviertel“ 14.8.2016: http://www.muenzviertel.de/blog/?p=3193
„Blätter, so zart“ 6.12.2012: http://www.muenzviertel.de/blog/?p=490

“Wir sagen, stark Olaf” Kundgebung: „Die Viertel denen, die drin leben! Münzplatz 7.9.2017“

Because something is happening here
But you don’t know what it is
Do you, Mister Jones?*

Liebe Nachbarinnen und Nachbarn,
liebe Freundinnen und Freunde des Münzviertels,

Olaf Scholz sagte dem Abendblatt vom 5.8.2017: „Hafenstraße, Rote Flora und Gängeviertel sind da. Aber ich will keine weiteren solcher Einrichtungen. Das habe er durchgesetzt, zum Teil im Konflikt, siehe Münzviertel.“

Spiel- und Bolzplatz Norderstraße 59 10.3.2015

Wir sagen, stark Olaf: Den letzten Spiel- und Bolzplatz plattgemacht. Die wöchentliche „Küche für Alle“, gibt’s nicht mehr. Hoffeste, ohne Hof? Wohl kaum! Die Food Coop Tante Münze und die Radküche Münzviertel ins Exil des Gartens vertrieben. In die letzte Ecke, die wir noch haben! Kein Sportraum, keine Viertelbibliothek, keine Nachbarschaftskneipe, keine Vortragsabende oder Diskussionsrunden mehr. Olaf bist du darauf wirklich stolz, ja?! Meinst du, damit kannst dich vor den Menschen dieser Stadt rühmen?

Wir stehen nun wieder da, wo wir vor der Nutzung der ehemaligen KiTa am Schultzweg standen: Ohne Raum für RadKüche und Tante Münze. Die versprochenen Container sind nie angekommen und auch um einen Mietvertrag für ein „Sozio-Kulturelles-Zentrum“ im alten Schulgebäude ist es still geworden.

„Raumnahme“ Münzstraße 12.7.2014

Dabei brauchen wir nicht nur Räume für unsere Initiativen vor Ort und unsere gemeinwesenorientierte Arbeit. Wir sind im Herzen der Stadt. Um uns herum gibt es aber kaum noch Orte, die nicht der Verwertungslogik oder dem Konsum unterliegen. Die City-Süd gehört den Großunternehmen und Büronutzungen. Nach 20 Uhr passiert hier nichts mehr! In St. Georg geht es schon länger nicht mehr um die Frage der sozialen Verantwortung und Mischung. Hier wird um Schadensbegrenzung gekämpft. Vom Hauptbahnhof werden die Obdachlosen vertrieben. In Hammerbrook, gerade rund ums Münzviertel, wird ein Hotel ums andere gebaut. Hier gibt es schon heute 10 davon mit ca. 2000 Zimmern. Das sind fast 2 Zimmer/Einwohner*in! Und jetzt noch zwei 11-stöckige Hotels an der Spaldingstraße? Wir wollen auch keine weiteren Luxusappartmentanlagen für 30€/m², wie der „Neue Hühnerposten“. Wie lebendig ist eine Stadt, in deren Herzen nicht gelebt werden kann?

Es wird kalt und leer im Münzviertel: Neuer Hühnerposten / The new Hamburg living“ 17.9.2016:  http://www.muenzviertel.de/blog/?p=3632

Wir sagen Schluss damit – kein Ausverkauf städtischer Flächen, keine Verdrängung prekarisierter Menschen in Randbezirke: Flächen und Häuser zurückkaufen und anderen Nutzungen zur Verfügung stellen. Nutzungen ermöglichen, die festgefahrene Strukturen aufbrechen, die Menschen nicht ausgrenzen sondern mitnehmen wollen! Denn Städte der Zukunft, brauchen Räume des sozialen Experiments!

Und zwar nicht von oben verordnet, sondern von unten entwickelt. Wir – die Bewohnenden dieser Stadt – wissen sehr gut was wir brauchen und wollen: Günstiges Wohnen in der Mönckebergstraße! Soziale Einrichtungen in den CityHof! „Sozio-Kulturelles-Zentrum“ ins alte Schulgebäude auf dem Grundstück der ehemaligen Gehörlosenschule. Geförderten Wohnungsbau, einem starken Mix an Wohntypologien und öffentliche Nutzungen auf den Freiflächen des Münzviertels!

Wir können es besser! Unser Entwurf: Neubebauung ehemaliges Grundstück Schule für Hörgeschädigte Schultzweg 9″  29.8.2016: http://www.muenzviertel.de/blog/?p=3523

Wir wollen unsere Stadt selbst gestalten. Und nein. Wir kommen nicht erst damit an, wenn es zu spät ist. Wir hatten schon Ideen für die Gehörlosenschule in die Öffentlichkeit getragen, da war die Schule noch im Vollbetrieb. Wir haben Pläne gemacht, Nutzungen abgewogen und Einrichtungen unseres Viertels um Unterstützung gebeten. Wir haben Finanzkonzepte gestrickt und Trägermöglichkeiten durchgespielt. Wir haben immer offen kommuniziert und ständig die Kooperation mit Verwaltung und Politik gesucht. Wir haben vermittelt, gefeilscht, verhandelt.

Repsoldstraße 27.8.2015   Quelle dpa

Das Ergebnis: Wir bekommen von der Politik  bestenfalls Ignoranz, manchmal Prügel und meistens Beschwichtigungen. Kurz: Wir bekommen einen Investor, der sich einen Dreck um die Bedürfnisse der Nachbarschaft schert. Wir bekommen eine Armee von Hundertschaften um einen Innenhof zu bewachen. Einen Stadtteil deren Anwohnende und Unterstützer*innen unter Generalverdacht gestellt, diskreditiert und vor Gericht gezerrt werden**. Du Olaf, glaubst, dass du dich durchgesetzt hast? Das sagt viel über dein Verständnis von Partizipation! Danke fürs reinprügeln, aber wir wollen leider nicht verstehen, nicht lernen, uns nicht von dir erziehen lassen. Das kollektive Zentrum war so unerzogen, wie das Viertel in dem es stand noch immer ist!

„Herzstadtmacher“ – für eine soziale Stadtentwicklung“ Arno-Schmidt-Platz 27.5.2017: http://www.muenzviertel.de/blog/?p=4539

Wir stellen hier nicht weniger als die Frage in welcher Stadtgesellschaft wir leben wollen. Uns reicht es nicht alle paar Jahre ein Kreuz zu machen und damit die Gestaltung unserer Stadtteile in andere Hände zu legen. Sie haben ja gezeigt, dass sie uns nicht repräsentieren sondern anderweitige Interessen vertreten. Wir wollen eine Politik, die uns nicht nur ernst nimmt, sondern unsere Ideen und unseren Gestaltungswillen fördert. Wir wollen einen relevanten Einfluss darauf haben ,was in unserer Nachbarschaft passiert – unabhängig von Eigentumsverhältnissen, Hautfarbe, Herkunft oder anderen Versuchen der Spaltung. Wir, als Bewohnende unserer Stadtteile, wollen entscheiden was gebaut wird und warum.

Kundgebung: „Die Viertel denen, die drin leben!“ 7.9.2017: http://www.muenzviertel.de/blog/?p=4869

Wir entscheiden auch, wann unsere Begehren gehört wurden. Wir entscheiden, wann sich durchgesetzt wird und wie. Du verwechselst durchsetzen mit unterdrücken! Wir setzen die Rote Flora durch, das Gängeviertel und die Hafenstraße. Wir haben die Tante Münze, die Radküche und das koZe durchgesetzt und Wir werden jederzeit und überall weiter dafür kämpfen, dass solche Räume einen Platz finden. Wir wissen um die Heterogenität, wir wissen um den Struggle, den jeder einzelne dieser Räume aushalten muss. Wir halten zusammen! Jeder dieser Orte für sich genommen, ist mehr „Tor zur Welt“ als es deine Hafen City, deine Elphi und all die touristischen Massenevents zusammen genommen, je sein werden. Wir werden all das durchsetzen, von dem wir meinen, dass es für eine progressive, widerständige, emanzipatorische und solidarische Stadt der Zukunft notwendig ist.

Wir haben die Schnauze voll vom Ausverkauf. Wir haben die Schnauze voll von Bevormundung,  Ignoranz und Arroganz der Politik unseren Ideen und unserem Leben gegenüber. Wir haben die Schnauze voll von all euren Eskalationen gegenüber den Unterdrückten, Marginalisierten und Prekarisierten dieser Stadt.

Die Viertel denen, die drin leben!

Raumproduktion“  Münzplatz 11.5.2017: http://www.muenzviertel.de/blog/?p=4462

Stadtteilinitiative Münzviertel

*   Bob Dylan „Ballad of a Thin Man“  https://www.youtube.com/watch?v=-AN2rfP6Wcc
** „Staatsgefährdend: „koZe bleibt!“ Urteil gegen koZe-Aktivistin“ am 20.4.17:
http://www.muenzviertel.de/blog/?p=4506
Foto „Olaf Scholz“: Andreas Laible

Einladung zur Kundgebung „Die Viertel denen, die drin leben!“ Donnerstag 7.9.2017 Münzplatz 18.00 Uhr

Verschwindet von meinem Hof herrschte König Olaf und träumte uns ins Nirgendwo.
Ein Trugschluss: Wir sind noch hier!

Am 7. September um 18.00 Uhr treffen wir uns unter dem Motto „Die Viertel denen, die drin leben!“ auf dem Münzplatz zu einer Kundgebung. Gemeinsam mit Vertreter_innen  anderer selbstverwalteter Räume wollen wir zeigen, dass der Konflikt ums Münzviertel nicht gelöst ist. 

Olaf Scholz sagte dem Hamburger Abendblatt am 5.8.2017:

„… Hafenstraße, Rote Flora und Gängeviertel sind da. Aber ich will keine weiteren solcher Einrichtungen. Das habe ich durchgesetzt, zum Teil im Konflikt, siehe Münzviertel. ….“

Unsere Antwort lautet: Jedem Viertel ein kollektives Zentrum!

Bereits viermal versammelten wir uns mit unsere Nachbar*innen auf dem Münzplatz. Die unangemeldeten Versammlungen am 27.4.,11.5.,1.6. und 4.7.17 (1) mit bis zu 200 Teilnehmer*innen waren symbolische Raumnahmen, die verdeutlichten, wie groß der Raum ist, der im Münzviertel nicht erst seit Schließung und Abriss des kollektiven Zentrums im Winter 2016 fehlt.

Hieran schließen wir mit der Kundgebung am 7.9.17 an. Dort stellen wir mit Redebeiträgen, Bannern und Musik der absolutistischen Stadtentwicklung „von oben“ unsere emanzipatorische Perspektive eines widerständigen Viertels der nachbarschaftlichen Solidarität entgegen.

Münzplatz 4.7.17

Nach dem Abriss der ehemaligen KiTa am Schultzweg stehen wir nun wieder da, wo wir vor der Zwischennutzung der angemieteten Räume in der KiTa standen: Ohne Räume für unsere nachbarschaftlichen Aktivitäten TanteMünze, RadKüche Münze, Migrant*innen- und Obdachlosenarbeit. Die uns von SPD und Grünen versprochenen Container zur weiteren Zwischennutzung sind nie angekommen und auch um die Einrichtung eines Sozio-Kulturellen-Zentrum im alten Schulgebäude Münzstraße 6 (2) ist es still geworden.

Die Umstrukturierung des Münzviertels ist in vollem Gange: Nach Fertigstellung der Luxusappartmentanlage „Neuer Hühnerposten“ im letzten Winter, steht am Schultzweg das nächste Mikroappartmentprojekt in den Startlöchern. Wo zuletzt das kollektive Zentrum den Konflikt um das Recht auf Stadt im Münzviertel entfachte, will die Hanseatische BauKonzept jetzt weitere 200 Appartments für ca. 30 €/m² bauen. Des Weiteren verdichten sich die Gerüchte über zwei neue Baugenehmigungen für 11-stöckige Hotels an der Spaldingstraße.

(3)

Die Bedürfnisse aus dem Stadtteil werden ignoriert. Statt Räume für unsere nachbarschaftlichen Aktivitäten gibt es für das Münzviertel nur immer mehr Hotels und Luxusappartments – Es reicht!

Stadtteilinitiative Münzviertel

Über die Stadtteilinitiative Münzviertel: Die Stadtteilinitiative ist ein Zusammenschluss von Bewohner*innen des Münzviertels und sorgt seit über 15 Jahren für Vernetzung im Viertel, sie organisiert das jährliche Straßenfest und stellt der profitorientierten Stadtpolitik eine Stadtentwicklung „von unten“ entgegen.

(1) „Die Wünsche fingen an, Wirklichkeit zu werden“http://www.muenzviertel.de/blog/?p=4420
(2)  „Spiel nicht mit den Schmuddelkindern“: http://www.muenzviertel.de/blog/?p=3728
(3) „LIG – Auf Hamburg bauen“:  http://immobilien-lig.hamburg.de/immobilienangebote-gewerbe/5797980/immobilienangebote-gewerbe-buero/

Gestern: koZe / Heute: Entenwerder / Morgen: tanzen wir / Cornern gegen G20! Münzplatz 4. Juli 2017

„Unser Leben ist eine Reise /
Im Winter und in der Nacht. /
Wir suchen nach einer Passage …“

Guy Debord 1959

Video: IMG_8037Polizei ignoriert Justiz: http://www.taz.de/!5422751/Video: No G-20Staatsgefährdend: „koZe bleibt!“ Urteil gegen koZe-Aktivistin am 20.4.17: http://www.muenzviertel.de/blog/?p=4506Münzplatz 4.7.2017Münzplatz 7.7.2017

s. weiter: Cornern gegen G20! Münzplatz 4.Juli 2017 
http://www.muenzviertel.de/blog/?p=4746

 

Cornern gegen G20! Münzplatz 4.Juli 2017

Liebe Münzviertler*innen,

in wenigen Tagen findet der G20-Gipfel in Hamburg statt. Wir wollen mit euch am Dienstagabend, dem 4. Juli, beim „hedonistischen Massencornern“ zeigen, dass wir hier leben, wohnen und arbeiten und den G20-Gipfel und den mit ihm verbundenen Ausnahmezustand ablehnen.

Gemeinsam wollen wir mit euch auf den Straßen und den Plätzen grillen, Spiele spielen, Bier trinken, diskutieren und lachen. Eurer rebellischen Phantasie sind dabei keine Grenzen gesetzt. Subversiv machen wir gemeinsam die Stadt bunt und zeigen an vielen Punkten gleichzeitig, dass unser Viertel uns gehört und nicht den Staatschefs der G20.

Passend zu dieser Aktion wird es im Radio eine NoG20-Musiksondersendung auf FSK 93,0 von 16-22 Uhr geben. Wir würden uns daher freuen, wenn ihr eure Boxen auf die Balkone oder Fenster stellt und darüber das Radioprogramm aus tausenden Boxen gleichzeitig auf den Straßenzügen unüberhörbar wird.

Wir wollen damit zeigen, dass Protest solidarisch und dezentral funktioniert. Alle Straßen der angrenzenden Viertel werden durch das gemeinsame Hören des Radioprogramms und das gemeinsame Cornern miteinander verbunden um eine laute, bunte, chaotische, lustige und spaßige Protestsituation zu schaffen, bei dem wir zeigen wollen, wie eine solidarische Stadt der Zukunft aussehen kann.

Alles allen, bis alles allen ist!www.allesallen.info

Wir treffen uns auf dem Münzplatz
bis dahin mit nachbarschaftlichen Grüßen
eure Stadtteilinitiative Münzviertel
Norderstraße 24.6.17
s. hierzu: „dazwischen grätschen“http://www.muenzviertel.de/blog/?p=4304
und:  „… aus dem Off / Münzplatz 1.6.2017″ http://www.muenzviertel.de/blog/?p=4568

 

Einladung: 16. Straßenfest Münzviertel 24. Juni 2017

Am Samstag, den 24. Juni, feiert das Münzviertel sein 16. nicht-kommerzielles Straßenfest.

Hinter der Kulisse des Hauptbahnhofs, eingebettet zwischen breiten Bahnschienen, liegt das Münzviertel versteckt und zugleich in der Mitte der Stadt zentral gelegen. Hamburgs “schönste Verkehrsinsel” lädt mit dem Straßenfest zur Erkundung ein. Mit seinen Bewohner*innen und den hier ansässigen sozialen Einrichtungen, Kunsträumen und Nachbarschaftsprojekten, bildet das Münzviertel ein einzigartiges urbanes Konglomerat von Kunst, Bildung und Soziales.

“Unser Stadtherz muss für alle Menschen schlagen”, meinen wir. Die schon viel zu lange praktizierte neoliberale Stadtentwicklung durch Politik, Verwaltung und Immobilienwirtschaft wirft die Frage auf: “Wem gehört die Stadt?”

Unter dem Motto “Quer Denken” laden wir alle Menschen ein, die etwas anderes mögen als Alstervergnügen und Hafengeburtstag.

In diesem Jahr wird das „Werkhaus Münzviertel – zur Verschränkung von Pädagogik, Kunst und Quartiersarbeit“ gewürdigt: Nach 40 Monaten erfolgreiche Modellphase ist das Schlüsselprojekt des ehemaligen städtebaulichen „Fördergebiet Münzviertel (RISE)“ verstetigt worden. http://www.werkhaus-muenzviertel.de

Nach dem Abbau der Winternotprogramm-Container ist das ehemalige Schulgelände am Schultzweg seit den 1. April frei. Wir fragen weiter: was passiert mit dem Areal? Neoliberale Planungen liegen vor, doch wir sagen: Das können wir besser! Seit Jahren liegen unsere Entwürfe vor (siehe: http://www.muenzviertel.de/blog/?p=3523). Für das alte Schulgebäude z.B. sind darin Räume für ein sozio-kulturelles Zentrum, eine Fahrradwerkstatt und die örtliche Food-Coop vorgesehen.

Am Samstag, den 24.6.17 feiern wir uns selbst. Ab 14:00 Uhr geht es auf der Bühne und den Straßen rund um den Münzplatz international, subkulturell und unkommerziell zu.

Bühnen Programm

21h Oriental Band (Jazz Set)
20h Eloiis Williampèr
19h Ur! Geller
18h Lachsschaumspeise
17h could be me
16h Schengen Man
15h Oriental Band (Arabische Gesang Set)

Oriental Band – Zead Khawam

und Freunde spielen traditionelle, folkloristische arabische Musik aus den unterschiedlichen Epochen diverser Länder des Orients wie Syrien, Ägypten, Marokko, Algerien, und der Türkei. Eine ungewöhnliche Klangkombination aus Kanun, Kontrabass, Schlagzeug, Darbuka macht hier die Musik: ebenso abwechslungsreich wie tanzbar.

Für das Münzviertel Straßenfest spielt die Oriental Band zwei Sets in unterschiedlicher Besetzung: ein Set mit arabischem Gesang und zum Festabschluss ein Set mit Instrumental/Jazz.

Schengen Man

Schengen Man est un groupe avec basse, boîte à rythmes, magnétophone. « Funky Cabaret Voltaire ».

Schengen Man is a band with bass, drum machine, tape recorder. „Funky Cabaret Voltaire.“

Σένγκεν είναι μια μπάντα με μπάσο, τύμπανο μηχανής, κασετόφωνο. «Funky Cabaret Voltaire.»

Skupina z bas, boben stroja, tračni stroj je Schengen Man . „Funky Cabaret Voltaire“.

Schengen Man es una banda con bajo, tambor de la máquina, grabadora. „Funky Cabaret Voltaire.“

Lachsschaumspeise

Das Hamburger Duo Lachsschaumspeise sind Carsten Campen ( Schlagzeug / Sampling / Elektronik ) & Lars Scherzberg ( Altsaxophon). Ihr Repertoire entwickeln sie über die intensive Interaktion von Perkussion, Sampling und Saxophon, die mit der Methode des „instant composing“, im Augenblick des Spielens, fortwährend variiert und strukturiert wird. Sphärische Klangwolken und energetisch expressive Ausbrüche, wandeln sich in melodiöse Patterns und zeitweilig groovige Passagen um.
https://soundcloud.com/lachsschaumspeise

could be me

Aus verschiedensten musikalischen Himmelsrichtungen fanden sich could be me im Jahr 2015 zusammen, um die unzähligen Möglichkeiten auszuprobieren, einzelne Noten zu Liedern zusammenzubasteln. Die dabei entstandene Melange enthält dementsprechend eine Menge Zutaten, von Soul über Indie bis Groove, und kann seitdem in der so entstandenen Geschmacksrichtung „Post-Pop“ auf ausgewählten Veranstaltungen angeschmeckt werden – so auch beim diesjährigen Münzviertelfest!
https://soundcloud.com/user-723921176

Eloiis Williampèr

„Lana Del Rey ist allein mit dir an der Reling der Costa Concordia. Die Zukunft ist weiblich, das Meer warm, die Küste weit. Der Tag ist lang, die Welt ist groß, die Gefühle auch. Du weißt nicht was Liebe ist (ich auch nicht). Das geht jetzt noch eine Weile. Ich glaube du hältst die Schere falsch, aber ich habe die Musik. Morgen gehört den Träumern, nicht wahr?“
https://vimeo.com/54801061
https://soundcloud.com/eloiis

Ur! Geller

Die Hamburger No Wave Band „Uri Geller“ hat eine Single und ein CD auf KNISTERN sowie eine Split Single mit „Tumorchester“ auf dem Label „Fidel Bastro“ veröffentlicht.

Fast alle Kompositionen der Band sind Arrangements „gefundener“ rhythmischen Etüden. Wie immer spielt die Gruppe (Schlagzeug, Orgel, Bass, Klarinetten, Gesang) mit treibender Energie und auf dem Punkt. Kreischende Ausbrüche werden gefangen und in asymmetrischen Grooves eingebettet.
http://www.knistern.net

Darüber hinaus gibt es wie gewohnt experimentelle künstlerische Beiträge

1/ Auf der Straße

Das ViertelRad bringt Bewegung für das Münzviertel und das Werkhaus. Das vierrädrige Velomobil ist so groß wie ein kleines Auto: Es bietet Platz für zwei Menschen und es hat eine große Ladefläche. Damit ist es sowohl Nutzfahrzeug, als auch Vehikel der Kommunikation.

Das Verkehrsexperiment ViertelRad wird auf dem Münzviertel Straßenfest erstmals vorgestellt und kann Probe gefahren werden. Es wurde von den Werkhäusler*innen – im Werkhaus arbeitenden jungen Erwachsenen – produziert: geschweißt, verschraubt, lackiert, feinjustiert.  Im Werkhaus heißt es oft kurz „le velo“ und es entsteht in Zusammenarbeit mit Fabian Nitschkowski.  http://werkhaus-muenzviertel.de/viertelrad.html

2/ In der Norderstr. 71 ug

Zu Gast in “unlimited liability”: Musikwerkstatt Pinazola.

Reinschauen lohnt sich in das Labor für Musik und Akustik. Finden Sie heraus, welche Phänomene in der Klanginstallation zu hören sind und bespielen Sie das betretbare Bühnenbild. Der Klang ist Akteur und erfindet den Raum. Treten Sie ein in die Welt aus Resten des Theaters, in ein Fenster, in die Fantasie und in einen Abgrund.
Die Instrumenten-Werkstatt von Len Pappe ist die dritte Staffel von “unlimited liability Labor” und basiert auf der besonderen Unterstützung der Werkstätten des Hamburger Schauspielhauses. In Zusammenarbeit mit Freunden bauen Len Pappe und Gastgeber Michel Chevalier das wandelbare “Klang-Environment”. Sie heißen Sie willkommen, ihnen am 24.6.2017 während des Straßenfestes im Münzviertel einen ersten Besuch abzustatten. Hören Sie selbst und bitte beachten Sie: work in progress, diese Arbeit ist in Verwandlung begriffen.
http://targetautonopop.org

… und auch wie gewohnt: buntes Kinderprogramm, leckere internationale Speisen und Getränke, aufregende Infostände und Flohmarktüberraschungen.

Wir freuen uns auf euch
Stadtteilinitiative Münzviertel
www.muenzviertel.de/blog/

s.weiter: 15 x Straßenfest Münzviertel 16.7.2016