
Viele der Gäste kommen aus Westafrika und Afghanistan sowie aus aktuellen Brandherden der Welt. Sie flüchten vor Bürgerkriegen oder weil sie politisch aktiv waren.
Das Café ist keine professionelle Beratungsstelle, vermittelt aber zu verschiedenen Institutionen weiter. Geld ist knapp. Manchmal gibt es Solidaritätskonzerte oder Spendenaufrufe. Über 100 Personen aus unterschiedlichen Einrichtungen halten den Betrieb mit freiwilligen Maßnahmen aufrecht. Einzelpersonen und Verbände wie „Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes“, „Bund der Antifaschistinnen und Antifaschisten“, „Woge e.V.“ oder „Brot & Rosen“ teilen sich die Tagesschichten zu den Öffnungszeiten der Ausländerbehörde. Im Café Exil will man auch ein Auge haben auf die Behörde, Öffentlichkeit erzeugen.
Um zu helfen, um sichtbar zu machen übernimmt man hier gern eine Schicht. Auch wenn Marion und Frank das Münzviertel nicht so wahrnehmen gehört das Café Exil zu uns. Es ist auch ein Puzzleteil im sozialen Brennpunkt hier. Wer helfen will kann vorbeischauen oder unter Telefon 236 82 16 anrufen. Frank schreibt noch in eine Art Tagebuch, dass die Münzvierteler ein Straßenfest machen und das Gremium wird schauen ob sie einen Infostand machen. Also bis dann …
André Blisse
Aus: Beilage "Münzviertel" der Stadtteilzeitung "Der lachender Drache" (HH-St. Georg), 05/2005
