Wir können es besser! Unser Entwurf: Neubebauung ehemaliges Grundstück Schule für Hörgeschädigte Schultzweg 9

Seit 2011 fordern wir die Stadt im Rahmen des Rahmenprogramm Integrierte Stadtteilentwicklung „Förderprogramm Münzviertel“ (RISE) auf, das ehemalige Schulgrundstück nicht an private Investoren zu verkaufen. Ein solcher Verkauf unter dem Diktat der reinen Profitmaximierung einzelner zu Lasten einer sozialen Stadtentwicklung für alle ist voll doof: http://www.muenzviertel.de/blog/?p=1764

Antwort 2013 der stadtpolitischen Machteliten:  Hinter unserem Rücken intransparent der Verkauf des Grundstückes an:

HBK001 IIHanseatische BauKonzept GmbH & Co KG Immobiliengesellschaft (HBK) Dez. 2013

Antwort 2015 ebenda : Zwei Polizeigroßeinsätze: http://www.muenzviertel.de/blog/?p=2953

Doch wir bleiben weiterhin schlecht erzogen: http://www.taz.de/!5216511/, bleiben standfest: http://www.muenzviertel.de/blog/?p=3135 und erarbeiten unseren Bebauungsentwurf „Münzviertel PLUS“ für das ehemalige Schulgelände einschließlich Einrichtung eines „Sozio-Kulturellen-Zentrum“ im alten Schulgebäude.

entwurf SChultzweg„Münzviertel PLUS“ Entwurf: Stadtteilinitiative Münzviertel / Dipl. Ing. Arne Lösekann

Unseren Entwurf „Münzviertel PLUS“ für die Neubebauung des ehemaligen Schulgeländes am Schultzweg verstehen wir als Erweiterung des bestehenden Münzviertels und nicht als separates „Quartier Münzstraße“ wie dieses die Hanseatische BauKonzept GmbH & Co KG Immobiliengesellschaft (HBK) beabsichtigt:
http://www.hbk-immo.de/#!muenzstrasse/c1pi1

Dabei ist es unser Ziel, mit der Neubebauung des Schulgeländes eine längerfristige Identifikation mit dem Quartier zu schaffen. Im Einzelnen bedeutet dies, die bestehenden baulichen und sozialen Strukturen des übrigen Münzviertels auf das geplante Grundstück zu erweitern.

Ausgangspunkt unseres Entwurfs sind unsere 2011 gemeinsam mit der HafenCity Universität im Rahmen des studentischen Wettbewerbs „Testprägung“ erarbeiteten quartiersbezogenen Eckdaten: Diese beinhalten ausnahmslos öffentlich geförderter Wohnungsbau sowohl als Baugemeinschaften in Genossenschaftsform wie gemeinnütziger Wohnungsbaugesellschaften mit variablen Wohnungsgrößen für Familien, für WGs sowie generationsübergreifende Großwohnungen, wie sich diese unsere Nachbarn mit migrantischem Hintergrund wünschen, Arbeits- und Atelierräume, Wohnungen für Asylbewerbende, betreutes Wohnen für jugendliche Obdachlose – Werkhaus Münzviertel – , Food-Coop  – Tante Münze –  Kita etc. dicht beieinander, ein buntes Miteinander, ein Quartier voller Empathie und Solidarität mit den anderen.

Herzstück unseres Entwurfs „Münzviertel PLUS“ ist die Schaffung einer öffentlichen Freifläche „Multifunktionsplatz“, die für die Bewohnerinnen und Bewohner des Münzviertels im dicht bebauten Münzviertel hier insbesondere am Schultzweg wo zurzeit und in Zukunft weitere direkt angrenzend hoch verdichtete Bauten errichtet werden, einen starken städtebaulich und sozial Gewinn aufweist.

Der „Multifunktionsplatz“ besteht aus einem Spielplatz und Sonnenwiese und bietet darüber hinaus als Antwort auf die ständige Suche rund um den sozialen Brennpunkt Hamburger Hauptbahnhof nach innerstädtischen Freiflächen für zentralrelevante, soziale, temporäre Nutzungen wie z.B.: das jährliche Winternotprogramm oder zur Unterbringung von Geflüchteten u.ä..

Skizze Norderstraße I 150 III Kopie „Münzviertel PLUS“ „Multifunktionsplatz“ und „Sozio-Kulturelle-Zentrum“ Norderstraße

Ein Haus für den Stadtteil und darüber hinaus: Das „Sozio-Kulturelle-Zentrum“

Wir wollen, dass das „Sozio-Kulturelle-Zentrum“ nicht nur eine Bereicherung für den bestehenden Stadtteil, sondern auch für die neuen Bewohnenden – und darüber hinaus für die ganze Stadt wird. Bereits heute, ist das Gemeinwesen des Viertels maßgeblich durch die vielen großstädtischen zentralen Sozialeinrichtungen vor Ort und das Engagement der Bewohnerinnen und Bewohner geprägt.

Genannt werden sollen hier z.B. das Werkhaus Münzviertel durch seine soziale Arbeit mit obdachlose Jugendlichen und Jungerwachsenen, die Tagesaufenthaltsstätte “Herz As“ für obdachlose Menschen, das Kollektive Zentrum mit seiner antirassistischen und politischen Arbeit, die dort befindliche „Tante Münze“ als nachbarschaftlicher Raum zum Netzwerken und die „Radküche Münzviertel“ als offene Fahrradwerkstatt.

Es soll inmitten der Großstadt und in unmittelbarer Nachbarschaft des sozialen Brennpunkts Hamburger Hauptbahnhof ein Ort entstehen, der dem Stadtteil und der Stadt als Ganzes gegenüber offen und entsprechend seiner Strukturen untereinander verschränkt und vernetzt ist. Die Nutzungen sollen nicht nur Ergänzungen zu den bereits bestehenden darstellen, sondern bewusst auf diesen Bezug nehmen z.B. indem sie zentrale Bedürfnisse des Stadtteils die gleichfalls geprägt sind durch die unmittelbare Nachbarschaft zum Hauptbahnhof aufgreifen.

Altes Schulgebäude IIAltes Schulgebäude ehemalige Schule für Hörgeschädigte Schultzweg 9 August 2014

Das „Sozio-Kulturelle-Zentrum“ kann auch als fehlendes Bindeglied zwischen den bestehenden Nutzungen fungieren: So könnte z.B.: ein selbstorganisiertes Quartiercafe entstehen, dass im Kollektiv von losen Gruppen oder bestehenden Institutionen arbeitet. Denkbar wäre ebenso ein Projekt von Obdachlosen aus dem Umfeld des Herz As und des Werkhauses ggf. in Kooperation mit Menschen verschiedener selbstorganisierter Kochgruppen (Küfas). Ähnliches wäre auch mit der „alsterdorfer assistenz ost“ denkbar. Inhaltliche Verknüpfungen zum Werkhaus, zum kollektiven Zentrum und anderen Institutionen drängen sich ebenso geradezu auf. Stichwort: Siebdruckwerkstatt, Sportangebot, Infoveranstaltungen.

Unsere gemeinwesenorientierte Stadtteilarbeit, kann ihre positiven Effekte auf das soziale Gefüge des Miteinanders dabei aber nur entfalten, wenn sie von Kontinuität und strategischer Planungssicherheit begleitet wird. Wir fordern deshalb ein weitestgehende Entscheidungsautonomie über die Belange des Hauses. Innere Brüche in den Entscheidungsstrukturen würden dem Selbstverständnis des Münzviertel zuwiderlaufen und die Gefahr von Interessenskonflikten erheblich steigern. Nur bei voller Entscheidungsautonomie kann das Wissen der hier lebenden Menschen ungehindert in die Planungen und Umsetzungen der Projekte im Haus einfließen. Das bedeutet, dass der Stadtteilverein das „Sozio-Kulturelle-Zentrum“ eigenständig betreibt. Es bedeutet auch, dass das gesamte alte Schulgebäude dieser Autonomie unterliegt, mitsamt seiner Verwaltung und dem Risiko der Finanzierung.

Die Münzviertel e.G.Piktogramm Münzviertel e.G. März 2015

Finanzierung

Aus Sicht der Stadtteilinitiative ist des alte Schulgebäude ganzheitlich aus dem Verkauf an die Investoren herauszunehmen oder ggf. der Verkauf rückabzuwickeln. Die Stadt Hamburg hat keine Aufwendungen im eigentlichen Sinne aufzubringen. Der Erlös aus den Grundstücksveräußerungen verringert sich lediglich. Es könnte so der Kritik entgegengetreten werden, die Stadt würde ihre „Filetstücke“ zum Höchstgebot verkaufen um Haushaltslöcher zu stopfen.

Wir rechnen damit, dass das Gebäude seinerzeit nicht mehr als 600.000 € gekostet haben kann. Hinzu kommen hier dann lediglich die entstandenen Entwicklungskosten des Investors. Kurzfristig könnte ein Übertrag von Grundstück und/oder Gebäude an eine Stiftung z.B.: Lawaetz-Stiftung oder Genossenschaft vollzogen werden. Diese soll die Räumlichkeiten des ganzen Hauses zu zuvor vereinbarten Konditionen an den Trägerverein aus dem Stadtteil längerfristig vermietet.

Mittelfristig soll eine Stadtteil-Genossenschaft das Gebäude in Erbpacht übernehmen. Damit das „Sozio-Kulturelle-Zentrum“ möglichst niedrigschwellige Angebot machen kann, halten wir uns bei den Mieten an die politische Forderung der solidarischen „Raumnahme – Betriebskosten und sonst nix“. Die Räumlichkeiten von weiteren Institutionen im Haus, sollen an den sozialen Standards für Mieten der jeweilig vorgesehenen Art gebunden werden und somit eine dauerhafte Finanzierbarkeit gewährleisten.

Mail-Anhang„Münzviertel PLUS / Sozio-Kulturelles Zentrum“

Nutzungskonzept „Sozio-Kulturelles Zentrum“

In den unteren Geschossen finden wir aufgrund ihrer Zugänglichkeit und strukturellen Offenheit vorwiegend gemeinwesenorientierte Nutzungen. Hier werden primär öffentliche, niedrigschwellige Nutzungen die Räume bespielen.

Souterrain

Im Souterrain finden wir vorwiegend lautstärkerelevante Nutzungen. Ein Veranstaltungsraum für kleinere Konzerte, wie sie beispielsweise auch schon im Werkhaus in der Rosenallee stattfanden, befindet sich hier ebenso wie medienbasierte Ausstellungen. Die Fahrradselbsthilfewerkstatt Radküche geht hier ihrer Tätigkeit nach und eine offene Werkstatt, für die Bewohnenden des Quartiers ist daran angeschlossen. Hier wird gesägt, gebastelt und gestaltet. Die FoodCoop Tante Münze ist ebenso im Souterrain angesiedelt. Lager- und Abstellräume für das Münzviertel und das Haus ergänzen das Angebot.

Hochparterre

Das zentrale Stockwerk ist das Hochparterre. Hier befindet sich das Herz des Zentrums. Die hiesigen Nutzungen wirken nach außen und bieten allen Bewohnenden die Möglichkeit Anschluss zu finden: So z.B. ein Stadtteilcafe, welches auch die Außenflächen bespielt und zugleich Platz für kleinere Veranstaltungen bietet. Direkt damit verschaltet, aber auch individuell nutzbar, ist der Raum für Stadtteilkultur – das „Wohnzimmer“ des Münzviertels. Es ist der Raum des Quartiersvereins mit größerer Veranstaltungsfläche und stellt Büros für die Stadtteilinitiative Münzviertel und den Trägerverein des Sozio-Kulturellen Zentrums zur Verfügung. Hieran angeschlossen ggf. intergriert ist eine Galerie.

 1. Obergeschoss

Im ersten Obergeschoss finden sich die Räume für Projekte. Neben einer Siebdruck- und einer Nähwerkstatt wird auch ein Sportraum eingerichtet. Darüber hinaus wird hier die Stadtteilbibliothek und das Stadtteilarchiv eingerichtet. Konferenzräume für Initiativen und Seminare und Beratungsräume u.a. für im Stadtteil aktive soziale Einrichtungen, wie dem Cafe Exil, finden sich hier ebenso.

 2. Obergeschoss: Werkhaus und Ateliers

Hier findet auf 200 m² das „Werkhaus 2.0 – Medien“ einen Ort für Werkstätten und die Arbeit mit obdachlosen Jugendlichen. Es bildet als Komplementärraum zum Werkhaus in der Rosenallee einen starken Pfeiler in das bestehende Münzviertel.

3. Obergeschoss: Wohnungen für obdachlose Jugendliche

Um die Betreuungssituation obdachloser Jugendlicher, die sich aufgrund der zahlreichen Anlaufstellen hier bewegen, maßgeblich zu verbessern, werden im obersten Stockwerk Wohnungen eingerichtet. Diese werden durch einen Träger betrieben und unterhalten.

so nicht:

01_Lageplan. jpeg„Quartier Münzstrasse“ HBK GmbH & Co KG April 2016

Skizze Norderstraße iI 150„Quartier Münzstraße“ Blockrandbebauung Norderstraße

Zum Schluss noch zwei Worte:

Durch die letzten Jahre sollte ja bereits bekannt geworden sein, dass das Münzviertel ein Ort des Widerstandes und der Auflehnung sein kann und sein will gegenüber einer tradierten Stadtteilentwicklung, wo die Planungsmächtigen nicht mehr als „Gott-Vater“ von „oben nach unten“ auftreten, sondern die Betroffenen vor Ort als gleichberechtigte Partner mit einbezogen werden.

IMGP3492Münzstraße Mai 2014 : Stadtplanung von unten

Fast nebensächlich erscheint dabei immer wieder die Betrachtung des Viertels als Ort eines integrativen sozialen Miteinander. Wir können es bürgerliches oder nachbarschaftliches Engagement, Stadtteilarbeit von unten, linksradikaler Aktivismus oder Gutmenschentum nennen. Zentral sind all diesen Narrativen jedoch zwei Aspekte: Der Hinweis auf die Dringlichkeit mit der unkommerzielle soziale Räume in Hamburg benötigt werden. Und die politische Vielschichtigkeit mit der diese aus unserem Viertel und vielen anderen gefordert werden.

IMGP4288„Solidarische Raumnahme“ Leerstandbesetzung ehemalige Schule für Hörgeschädigte  Schultzweg 9  / Münzstraße Juli  2014: http://www.muenzviertel.de/blog/?p=1698

Eine Stadtpolitik die all diese Stimmen ignoriert, häufig prekarisiert und bisweilen kriminalisiert, wird über kurz oder lang an ihren Widersprüchen zu Grunde gehen. Lebenswertigkeit hin oder her – diese gilt eh nur für die Priviligierten unserer Stadt. Wir wollen mit unserem Ansatz ein Stück weiterdenken und eine Perspektive auf eine lebenswerte Stadt für alle Menschen bieten.

Die gesamtstädtischen Aufgaben, die das Viertel jetzt schon übernimmt, werden von der ständigen Suche nach Räumen daran gehindert, ihre volle Wirkung auf das Gemeinwohl zu entfalten. Nur die langfristige Etablierung eines Ortes, wie dem „Sozio-Kulturellen Zentrum“, kann diesem Missstand entgegnen und als identitätsstiftendes Projekt einem lebendigen Stadtteil und einer lebendigen Stadt dienen.

Für die Stadtteilinitiative Münzviertel
Maximilian Müller / Jan Rademann / Günter Westphal

s. weiter: „Wird die besetzte Kita bald geräumt?
http://www.muenzviertel.de/blog/?p=3325

Bilderbogen: multiphonics 12.8.16 WERKHAUS MÜNZVIERTEL

WHM Jazz II
                                                                                                John HughesWHM Jazz III
  Annie LewandowskiWHM Jazz VChad PoppleWHM Jazz IV

WHM Jazz VI

WHM Jazz VII

WHM Jazz VIIIcooles Konzert Günter

multiphonics : eine Reihe für Free Jazz, frei improvisierte Musik und Performance in Kooperation mit KuNaGe e.V.
Alle drei Konzerte finden im Werkhaus Münzviertel, einem Modellprojekt zur Verschränkung von Pädagogik, Kunst & Quartiersarbeit, statt.
Rosenallee 11 (2. Stock)
20097 Hamburg
http://www.muenzviertel.de/werkhaus.php
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Einlass : 21:00
Showtime : 21:30
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Freitag, 12. August
Annie Lewandowski : analog synthesizers
Chad Popple : drum set, metalophone
http://www.annielewandowski.com/
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Samstag 27. August
Todd Capp trio
Todd Capp : drum set
Andrew Lafkas : double bass
Hannes Buder : guitar
http://toddcappmusic.com/
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Freitag, 23. September
Matthias Müller : trombone
Björn Lücker : drum set
John Hughes : double bass
http://www.matthiasmueller.net/
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multiphonics wird gefördert von der Kulturbehörde Hamburg.

s. auch „WERKHAUS MÜNZVIERTEL Multiphonics III 3.4.2015″
http://www.muenzviertel.de/blog/?p=2555

Es gibt keine soziale Stadtplanung in Hamburg / Das Straßenkinder-Projekt: „KIDS“ muss bleiben: Online-Petition gegen die Schließung des KIDS

Ausverkauf der städtischen Grundstücke und Gebäude rund um den sozialen Brennpunkt Hamburger Hauptbahnhof. Erst das Bieberhaus und nun das ehemalige Grundstück der ehemaligen Schule für Hörgeschädigte im Dreieck: Schultzweg, Münzstraße, Norderstraße. Es gibt keine soziale Stadtplanung der politischen Machteliten dieser Stadt. Was einzig zählt, ist der Profit einzelner zulasten des sozialen Gemeinwesen Stadt. Das ist voll doof: http://www.muenzviertel.de/blog/?p=1764

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Bitte unterschreiben
Online-Petition gegen die Schließung des KIDS
https://weact.campact.de/p/kids
Und teilen, teilen, teilen!!

„Straßenkinder senden Hilferuf“ Hinz & Kunzt v. 8.8.16
http://www.hinzundkunzt.de/strassenkinder-kids/

Wir bedanken uns für eure Unterschrift
Stadtteilinitiative Münzviertel

s. weiter: „Wird  besetzte Kita bald geräumt?“ 
http://www.muenzviertel.de/blog/?p=3325

 

„Wird die besetzte Kita bald geräumt? spekuliert das Hamburger Abendblatt am 29.7.16 und zündelt kräftig am gesellschaftspolitischen Konflikt zwischen der Finanzbehörde und der Stadtteilinitiative Münzviertel

FlüchtlingeKurdische Gäste in der Druckwerkstatt koZe 19.7.16

Fast auf den Monat genau vor einem Jahr puschte das Hamburger Abendblatt gemeinsam mit dem Innenexperten der CDU-Fraktion Dennis Gladiator und dem CDU Bürgerschaftsabgeordneten Joachim Lenders (DPoIG) unsere legale Zwischennutzung von Räumen in der ehemaligen KITA der Schule für Hörgeschädigte durch die Erfindung einer zweiten Flora zum politischen Sommertheater hoch. Die Folge: zwei massive Polizeieinsätze im Münzviertel (s. Link: „Sie fürchten unsere Poesie“: http://www.muenzviertel.de/blog/?p=2953 

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Foto: Hamburger Abendblatt / Roland Magunia

„…… Vor dem Hintergrund der aktuellen Entwicklungen im Münzviertel darf der Senat nicht länger auf dem linken Auge blind sein“, sagt der innenpolitische Sprecher der CDU in der Bürgerschaft, Dennis Gladiator. „Ansonsten nimmt Rot-Grün in Kauf, dass sich dort eine zweite Roten Flora etabliert. Es darf in Hamburg keine rechtsfreien Räume geben. Das gilt gerade für die linksextreme Szene, für die es keinen Platz in unserer Stadt gibt.“

aus: „Polizei warnt: In Hamburg entsteht eine neue Rote Flora“
Hamburger Abendblatt v. 9.6.15 s.: Angst 2. Flora .

Auch dieses Jahr wieder dem Sommerloch geschuldet zündelt das Hamburger Abendblatt im Schlepptau wiederum der Innenexperten der CDU-Fraktion Dennis Gladiator mit der spekulativen Schlagzeile: „Wird besetzte Kita bald geräumt?“  kräftig am gesellschaftspolitischen Konflikt zwischen unserem Selbstverständnis einer emanzipatorischen Stadtteilentwicklung „von unten und quer“ und dem Gottvater „Basta“ Gehabe „von oben nach unten“ der politischen Eliten dieser Stadt durch bewusstes Weglassen, der von mir autorisierten Erläuterung (s.: blau unten im Abendblatt-Artikel ) zum derzeitigen Stand des Räumungsklageverfahrens zwischen der Finanzbehörde und dem Quartiersträgerverein: Kunstlabor naher Gegenden (KuNaGe) e.V.

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Foto: Hamburger Abendblatt / Michael Rauhe

„Wird besetzte Kita bald geräumt?“  Hamburger Abendblatt v. 29.7.16

Amtsgericht will am 16. September verhandeln. Das Kollektive Zentrum KoZe soll Wohnungen weichen.“  v. Ulrich Gassdorf

HAMMERBROOK:  Die Besetzung der Kita auf dem Gelände der ehemaligen Gehörlosenschule am Schultzweg durch das Kollektive Zentrum (KoZe) könnte schon bald ein Ende haben. Nach Abendblatt-Informationen hat der Vorsitzende Richter am Amtsgericht St. Georg für den 16. September einen Termin für die mündliche Verhandlung anberaumt.

Ein Gerichtssprecher bestätigte auf Anfrage: „Auf die Klage der Stadt reagierte der Verein Kunstlabor naher Gegenden (KuNaGe) mit einer Klageerwiderung, und daraufhin hat das Gericht der Stadt eine Erwiderungsfrist bis Ende dieser Woche eingeräumt, von der die Stadt inzwischen Gebrauch gemacht hat.“

Was ist bislang passiert? Der Landesbetrieb Immobilienmanagement und Grundvermögen (LIG) der Finanzbehörde hatte dem Verein KuNaGe zum 1. April dieses Jahres gekündigt und nachdem die Fläche nicht geräumt wurde, am 29. April eine Räumungsklage gegen den Verein beim Amtsgericht St. Georg eingereicht.

Das KuNaGe ist der Mieter einer 70 Quadratmeter großen Teilfläche und hat diese den KoZe-Aktivisten zur Verfügung gestellt , die aber bereits seit 2015 das gesamte zweigeschossige Gebäude für sich (geduldet von der Stadt) (1) beanspruchen. Es kam dort mehrmals zu Polizeieinsätzen.

Aber wenn es nach der Stadt geht, ist mit der Besetzung der Immobilie bald Schluss: „Der Abriss des Kita-Gebäudes muss Anfang Dezember beginnen, damit der Investor im Frühjahr 2017 mit seinem Bauvorhaben starten kann. Das heißt, spätestens Ende November muss der Verein KuNaGe die Fläche verlassen“, sagte Daniel Stricker, Sprecher der Finanzbehörde.

Wie berichtet, ist die ehemalige Schule bereits bis auf den denkmal­geschützten Teil und die Kita abgerissen worden. Die Projektentwickler HBK (Hanseatische Baukonzept) und GBI wollen bis 2018 rund 400 Wohnungen auf dem Grundstück bauen, davon sollen rund 60 Prozent öffentlich gefördert sein. Diese sind für Zielgruppen wie Senioren, Mutter-und-Kind-Wohnen sowie Familien gedacht (s. Link: „Partizipatorische Bürgerbeteiligung: Voll daneben!“ (2)

Der Architektenwettbewerb wurde bereits entschieden. Den Zuschlag erhielt das Hamburger Büro Spengler Wiescholek Architekten.

Eine Eskalation der Situation zwischen der Stadt und den linken Aktivisten ist wahrscheinlich: „Wir haben dem LIG im Mai schriftlich angeboten, dass wir Ende März 2017 die Räume in der Kita räumen und dazu auch eine entsprechende Unterwerfungserklärung abgeben. Denn noch bis Ende März stehen nebenan die Container für das kommende Winternotprogramm 2016/17, und deshalb wird es nach unserer Information auch keine Abrissarbeiten geben“. Deshalb sei man auch nicht bereit gewesen, für unsere nachbarschaftliche Flüchlingsarbeit in unmittelbarer Nachbarschaft zur Erstaufnahme für männliche Flüchtlinge in der Münzstr. 6 einem Auszug bereits für Ende November zuzustimmen. An diesem Sachverhalt habe sich auch nichts geändert, so habe man das auch in der Erwiderung auf die Räumungsklage der Stadt, erklärt, so Westphal weiter. (3)  Stattdessen inhaltsleerDas Angebot der Stadt, die Fläche bis Ende November nutzen zu können, reichte dem KuNaGe nicht.

Behördensprecher Stricker wird deutlich: „Wir lassen nicht mit uns feilschen. Der 30. November war unser letztes Angebot. Jetzt werden wir den Auszug gerichtlich durchsetzen, mit allen sich daraus ergebenden Konsequenzen. Die Verantwortung dafür tragen KuNaGe und Herr Westphal ganz persönlich.“

Auch die Opposition im Rathaus sieht Handlungsbedarf: „Im November wird sich zeigen, ob der Senat die Zügel noch in der Hand hält. Die linke Szene, die das Gebäude unter den Augen des Senats besetzt hat, hat oft genug mit Ausschreitungen und Krawallen im Fall einer bevorstehenden Räumung des Areals gedroht“, sagte CDU-Innenexperte Dennis Gladiator. Der Senat, der polizeiliche Warnungen ein ums andere Mal in den Wind geschlagen habe, müsse dafür sorgen, dass die von ihm tolerierte Hausbesetzung zum vereinbarten Zeitpunkt beendet werde, und den Weg freimachen für den Bau der dringend benötigten Wohnungen.

http://www.abendblatt.de/hamburg/article207962297/Stadt-hat-Klage-eingereicht-Wird-das-KoZe-geraeumt.html

Günter Westphal 31.7.16

(1) “ … In Gesprächen fassten Finanzsenator Peter Tschentscher (SPD) und Innensenator Michael Neumann eine politische Linie. „Die Besetzer werden ein bisschen gegängelt und ansonsten geduldet. Vielleicht löst sich das Problem von selbst“, heißt es aus dem Senatsumfeld.“

aus: „Zeit für die Kita-Besetzer im Münzviertel läuft ab“
Hamburger Abendblatt v. 22.10.15

http://www.abendblatt.de/hamburg/hamburg-mitte/article206317571/Zeit-fuer-die-Kita-Besetzer-im-Muenzviertel-laeuft-ab.html

(2) „Schlüsselprojekt: Partizipatorische Bürgerbeteiligung: Voll daneben! Neubebauung Grundstück ehemalige Schule für Hörgeschädigte Schultzweg 9 „Fördergebiet Münzviertel“ (RISE)“: http://www.muenzviertel.de/blog/?p=3030)

(3)) meine Erwiderung an Ulrich GaßdorfErwiderung HA v. 29.7.16

siehe weiter: „David und die Finanzbehörde“ http://www.muenzviertel.de/blog/?p=3135

Zum 15 x Straßenfest Münzviertel 16.7.2016

IMG_0353 15. IIIMG_0194 `15. IIIIMG_0243 IV 15.IMG_0247 V 15.Werkhaus Münzviertel: Pflanzenproduktion http://www.werkhaus-muenzviertel.deIMG_0207 VI 15.IMG_0299 VII ´15.Werkhaus Münzviertel: Parade der Verwandlung IMG_0303 VIIIIMG_0308 IXIMG_0348 XIIalsterdorf Assistenz ist: http://www.alsterdorf-assistenz-ost.de/home/ IMG_0334 X '15. IIKooperation:
Werkhaus Münzviertel: http://www.werkhaus-muenzviertel.de
Münzgarten: https://muenzgarten.wordpress.com
https://www.facebook.com/muenzgarten/IMG_0347 ´XIIMG_0370 XIII 15.IMG_0362 XIV 15.BASSACKER: move:  IMG_0364IMG_0378 XV 15.koZe: http://koze.inIMG_0403 XVIIMG_0407 XVIIlada: move: IMG_0389 / http://niedervolthoudini-promotion.com/lada
s. weiter: „Für eine Quartiersentwicklung von unten“: http://www.muenzviertel.de/blog/?p=3214

15. Münzviertel Straßenfest am 16.7.16 von 14h bis 23h „Für eine Quartiersentwicklung von unten“

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Münzviertel Straßenfest am 16.7.16 von 14h bis 23h
„Für eine Quartiersentwicklung von unten“

Das Münzviertel feiert

Am Samstag, den 16. Juli, feiert das Münzviertel sein 15. selbst-organisiertes Straßenfest.

Hinter der Kulisse des Hauptbahnhofs, eingebettet zwischen Bahnschienen, ist das Münzviertel versteckt gelegen und zugleich ungeheuer zentral. Hamburgs „schönste Verkehrsinsel“ lädt auf dem Straßenfest zur Erkundung ein. Mit seinen Bewohnern, mit den hier ansässigen sozialen Einrichtungen, Galerien und Projekten, bildet das Münzviertel ein einzigartiges urbanes Konglomerat von Kunst, Bildung, Pädagogik und Kultur.

Experimentell, offen, inklusiv und kritisch

Das Selbstverständnis des Münzviertels spiegelt sich im Straßenfest wieder. (s.: http://www.muenzviertel.de/blog/?p=2953 )

Abseits der eingeschlagenen Pfade liegt das Münzviertel – und so beschreitet auch sein Straßenfest-Programm ganz eigene Wege. Auf der Bühne und auf der Straße geht es international, subkulturell und unkommerziell zu. Die „schrägen Klänge“, wie es die taz-Hamburg betitelte, gibt es auch wieder 2016: am Samstag, den 16. Juli.

Das Münzviertel ist einmalig sozial

Das kleine Quartier um die Münzburg ist das Viertel mit der höchste Dichte an sozialen Einrichtungen in Deutschland. Auf 1200 Bewohner kommen 14 Einrichtungen, die sich z.B. um Obdachlose, Flüchtlinge oder Menschen mit Behinderung kümmern. Hierzu zählen u.a. das Café Exil, das Herz As und die alsterdorfer assistenz ost.

Das Werkhaus Münzviertel ist ein Modellprojekt zur Verschränkung von Pädagogik, Kunst und Quartiersarbeit. Es wendet sich an junge Menschen in unterschiedlichen Notsituationen. Der offene, ambitionierte Ansatz zielt darauf, ihnen Raum zur Veränderung ihrer prekären Lage zu eröffnen.: http://www.werkhaus-muenzviertel.de

Für eine Quartiersentwicklung von unten

Dass eine Stadt sich in konstantem Wandel befindet, ist gerade den Bewohnern des Münzviertels bewusst. Stete Veränderung stellt in diesem Quartier keinen Ausnahmezustand dar, sondern die Regel.

Zugleich möchte das Straßenfest mit seinem diesjährigen Motto „Für eine Quartiersentwicklung von untenauf aktuelle Entwicklungen im Viertel hinweisen.

Letztes Jahr wurde über die Köpfe der Viertelbewohner hinweg das stadteigene Grundstück der ehemaligen Schule für Hörgeschädigte an den Investor HBK verkauft. Dessen Pläne für den Neubau sind unsozial und architektonisch enttäuschend. Ein kleiner Lichtblick ist aber die Nutzung von Räumen (800 qm Brutto-Geschossflache) im alten Schulgebäude für ein geplantes sozio-kulturelles Zentrum. Hierfür engagiert sich das Viertel.

Auch 2016 wird es wieder einen unverwechselbaren Mix zwischen städtischer Realität und künstlerischer Auslebung geben, der versucht, Kunst alternativ in der Gesellschaft zu verankern.

Olivier_Nourisson_WerkhausOliver Nourisson / Werkhaus Münzviertel 

Wann? 16. Juli 2016 Was? 15. Münzviertel Straßenfest
Flohmarkt, Infostände, International Food & Drinks, Kinder-Schminken im Münzgarten

Bühne ab 16.00 u.a. mit:

A POPPLE PEOPLE (Coconuts, Tap shoes & Metal)
LEGOLUFT  (Digital Homekeyboard dubs)
BASSAKKER (industrial dub kraut metal)
LADA (Krautrock)
DJs: David Garagè & DJ StarsSindAmArsch

Wo? Repsoldstr. – Rosenallee – Münzplatz / U-Bahnhöfe Hauptbahnhof oder Steinstraße

Zum Musikprogramm:

A_Popple_People_1A POPPLE PEOPLE

(Coconuts, Tap shoes & Metal)

Ist es ein kaputte Waschmachine oder funktioniert noch? Werden die Blumentöpfe es aushalten? Mal sehen.

Legoluft Live

LEGOLUFT  (Digital Homekeyboard dubs)

Der Hamburger Musiker & Produzent LEGOLUFT experimentiert seit 2003 mit Circuit Bending und DIY-Techniken, die in verschiedenen Projekten wie dem experimental Elektronik-Duo MONOMAL & MUTTERMAHL und dem KrachkistenOrchester von Tintin Patrone maßgeblich angewendet werden.

In seinem aktuellen Solo-Projekt LEGOLUFT verschmelzen Soundmanipulationen und einfache Homekeyboardsounds zu einem synthetischen Dub mit 8bit chiptune Feeling. Massive und melodiöse Oldschool Riddims treffen auf futuritisch kindliche Sequenzer-Arrangements, die live in klassischer Dubmaster-Manier kombiniert, verfremdet und spontan verändert werden.

Die in Eigenregie produzierte und veröffentliche Debut 7″ Vinyl „Computer dub“ ist seit Juli 2015 erhältlich.

https://legoluft.bandcamp.com/
WWW.LEGOLUFT.DE

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BASSAKKER  (industrial dub kraut metal)

BASSAKKER ist eine Soloband,vom Bassisten Ulf Bustorf 2007 gegründet,der seitdem seine vier Saiten und mittlerweile auch Bassdrum und HiHat im Sinne breitgefecherter Rockmusik bearbeitet. Bassakkers musikalische Einflüsse sind sehr weitreichent.
Von klassischem Rock bis Metall und Punk,von Dub über Jazz bis Industrial und Funk, um nur einige zu nennen.

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LADA (Krautrock)

Die unbeschreibliche Diva des Post-Synth-Krauts lässt euch erschrecken vor tausend Fingern, die euch die Knöpfe verdrehen und die Ohren mit einem leichten Watte-Bausch betupfen. No Q-tips but beat-trips.

LADA sind Thomas von Volt am Schlagzeug. Carl-John Hoffmann am Russen und Guitar und Fee R. Kuerten an Synths und Vocs.

http://niedervolthoudini-promotion.com/lada

David Garagè & DJ StarsSindAmArsch (Club27, GrimeGrimeGrime / HH)

Spielen werden wir beim Straßenfest Hip Hop, Soul / Funk und Freaky-Bass-Musik. Können uns natürlich auch noch etwas absprechen falls du noch spezielle Ideen hast.

Wir treiben seit mehr als 13 Jahren mit dem Hip Hop – Kollektiv „Club27“, auf den Brettern die die Unterwelt bedeuten, unser Unwesen. Die monatliche Freestyle-Session in der „Komet – Musikbar“ auf’m Kiez sind mittlerweile eine feste Institution. Hier finden bei Gastauftritten seit jeher „Alte-Schule“-Absoventen und Nachwuchs-Sprechakrobaten ihren Raum und den richtigen Vibe um sich frei von gängigen Klischees am Mikrofen auszutoben.

Bereits im Jahre 2006 entstand der erste Club27-Sampler „Clubshit Vol.1“ mit diversen Künstlern aus dem eigenen weitreichendem Umfeld. Bis heute hat „Der Club“ seine ironische bis tiefabgründige Seele bewahrt und versorgt damit sein meist facettenreiches Publikum. Wir beide sind zusätzlich in eigenen Projekten produktiv, welche bisweilen etwas elektronischer, stark von englischen musikströmungen inspiriert sind. Seit einigen Jahren widmen wir uns allerdings vermehrt dem Auflegen. Vornehmlich auf Vinyl kommt von Hip Hop über Dub bis UK-Garage viel Buntes auf die Plattenteller welches sich nicht immer in vorgefertigte Schubladen einordnen lässt. Wir freuen uns riesig beim Münzvieltel-Straßenfest mit am Start zu sein und das Ganze unterstützen zu dürfen!

https://www.facebook.com/Club27freestyle
https://soundcloud.com/tohuwabohu

Heimatkunde Münzviertel / Ein poetischer Aufriss / Galerie Renate Kammer 14.7.16

Mail_gWestphal

Heimatkunde Münzviertel

Die Geschichte muss sichtbar sein, um nutzbar zu werden

War der Patriot und Lyriker
Barthold Hinrich Brockes 1724 ungezogen?
Und was hat das mit dem Münzviertel zu tun?

Ein poetischer Aufriss

Seit 14 Jahren bewege ich mich künstlerisch forschend im Münzviertel. Meine erste Frage war: Warum heißt das kleine Straßenstück mitten im Herzen das Viertels „Rosenallee“? Dabei stieß ich schnell auf den Barockgarten von Barthold Hinrich Brockes (1680-1747) der sich oben vom Geesthang am Besenbinderhof bis hinunter an den Rand des Hammerbrooks (heutiger Münzplatz) erstreckte und stieß dann weiter auf die Patriotische Gesellschaft v.1724 bzw. der Redaktionsgemeinschaft „Der Patriot“ deren Mitglied Barthold Hinrich Brockes war. (s: „Geschichte Münzviertel„)

Die Mitglieder der Redaktionsgemeinschaft waren geprägt von den geistigen und moralischen Umbrüchen der Frühaufklärung (1680 bis 1730). Es war die Zeit des Übergangs von der alten noch dem Mittelalter verhafteten metaphysischen Welterfahrung hin zum neuen rational-naturwissenschaftlichen Weltbild. „Der Patriot“ erschien 1724 – 1726 als anonyme wöchentliche Zeitschrift, die sich öffentlich querstellte zu der damaligen Hamburgischen Staatskirche, welche sich als die wahre Verfechterin der „reinen Lehre“ der lutherischen Orthodoxie verstand und realpolitisch als Wächter über die Moral und Ordnung der Stadt agierte.

Im Gegensatz zu dem lutherischen Dogma einer hierarchischen Ordnung von „oben nach unten“ an deren Spitze der alttestamentarische zornige Gott stand, wollten die Patrioten mit ihrer „Moralischen Wochenschrift“ ihren „Mitbürgern Hilfestellungen leisten bei einer selbstverantwortlichen Lebensführung, bei der Entwicklung geistiger und moralischer Fähigkeiten, bei der Bildung einer eigenen Meinung unabhängig von traditionell institutionalisierten Autoritäten, um jeden zu befähigen, auch wiederum Verantwortung für andere und für das Gemeinwesen zu übernehmen“ (aus: „Hamburg zu Lust und Nutz, Bürgerliches Musikverständnis zwischen Barock und Aufklärung  (1660-1760) Hamburg 1997)

Der Patriot I

„Ich bin ein Mensch, der zwar in Ober=Sachsen gebohren, und in Hamburg erzogen worden, der aber die ganze Welt als sein Vaterland, ja als eine einzige Stadt, und sich selber als ein Verwandter oder Mit=Bürger aller anderen Menschen ansiehet. Es hindert mich weder Stand, noch Geschlecht, noch Alter, dass ich nicht jedermann für meinesgleichen, und, ohne den geringsten Unterschied, für meinen Freund halte“ (aus: „Der Patriot“, 1. Stück, 5 Januar 1724)

Gegen einen solchen emanzipatorischen Anspruch, der die praktische Vernunft als moralische Autorität dem christlichen Glauben an die Seite stellt, lief die Hamburgische Staatskirche Sturm und brandmarkte die Autoren des „Patrioten“ als Nestbeschmutzer und Verbreiter von ketzerischen Ideen. Neudeutsch gesprochen: die Patrioten waren ungezogen.

300 Jahre später brandmarkt der Pressesprecher der Hamburgischen Finanzbehörde die gemeinwesenorientierten Stadtteilaktivitäten der Stadtteilinitiative Münzviertel rund um das ehemalige Schulgelände im Dreieck: Schultzweg, Norderstraße und Münzstraße als: „einfach schlecht erzogen“ (aus: „Krawall am Zaun“ taz. 1./2.8.2015: http://www.taz.de/!5216511/ ). Im Mittelpunkt dieser Aktivitäten steht unter dem Motto

Stadtplaung von unten

die Neubebauung des ehemaligen Schulgeländes (s. „David und die Finanzbehörde“ http://www.muenzviertel.de/blog/?p=3135.

Zwar gibt es nach 300 Jahren keinen zornigen Gott mehr, doch an Stelle des damaligen lutherischen Dogmas wird nun von den politischen Eliten der Stadt das neoliberale Dogma einer reinen profitorientierten Wirtschaftsordnung hofiert zum Nutzen einiger weniger (s. „Polizeieinsatz“ http://www.muenzviertel.de/blog/?p=2953 ) und auf der Strecke bleibt weiterhin das Postulat der Patrioten: „Es hindert mich weder Stand, noch Geschlecht, noch Alter, dass ich nicht jedermann für meinesgleichen, und, ohne den geringsten Unterschied, für meinen Freund halte“ Wir bleiben ungezogen

Günter Westphal 3.6.16 

s.weiter: Warum diese Heuchelei? http://www.muenzviertel.de/blog/?p=3144

Einladung zur Stadtteilkonferenz am 5.7.16 Top: Sozio-Kulturelles Zentrum im alten Schulgebäude Münzstraße 6?

Plakat 55. Quartiertreffen II

Hallo liebe Nachbarinnen und Nachbarn,

noch gibt es keine neuen Bauaktivitäten auf dem ehemaligen Schulgelände im Dreieck: Schultzweg/ Münzstraße/ Norderstraße. Doch hinter den Kulissen schreitet das Bauvorhaben unter dem Titel: „QUARTIER MÜNZSTRASSE“ des Projektentwicklers HBK stetig voran. Der städtebauliche Wettbewerb ist entschieden und zurzeit werden die Ergebnisse des Wettbewerbs baurechtlich überprüft. Was aber noch nicht entschieden ist, ist die Nutzung von Räumen (800 qm Brutto-Geschossflache) im alten Schulgebäude für ein Sozio-Kulturelles Zentrum, wie dies im Verkaufsvertrag zwischen der Stadt und HBK vereinbart wurde (siehe vorläufiger:Entwurf Sozio-Kulturelles-Zentrum 26.6.16 Stadtteilinitiative Münzviertel)

Zurzeit finden Gespräche zwischen den neuen Bezirksamtsleiter Falko Droßmann Hamburg-Mitte, Vertreter*innen der Bezirksfraktionen v. SPD und Grünen, den Bürgerschaftsabgeordneten Henriette v. Enckevort (SPD), Farid Müller (Grünen) sowie dem Fachamt für Stadt- und Landschaftsplanung Hamburg-Mitte und uns statt.

Über das derzeitige Zwischenergebnis möchten wir euch in Forum einer Stadtteilkonferenz
am Dienstag, den 5.7.16 um 19.30 Uhr im Werkhaus Münzviertel Rosenallee 11
informieren und mit euch gemeinsam die weiteren Schritten diskutieren.

Wir freuen uns auf eure Beteiligung

Mit nachbarschaftlichen Grüßen
für die Stadtteilinitiative Münzviertel
Günter Westphal

siehe weiter: David und die Finanzbehörde: http://www.muenzviertel.de/blog/?p=3135

Warum diese Heuchelei? Sondersitzung des Quartierbeirats Münzviertel am 31.3.16 um 19.00 Uhr „Herz As“ Norderstraße 50 „Anschlussnutzung des Geländes am Schultzweg nach Abschluss des Winternotprogramms durch temporäre Unterbringung von Flüchtlingen“

IMG_8116. I jpgWinternotprogramm Münzstraße  29.3.16

Warum diese Heuchelei?                                               

Sondersitzung des Quartierbeirats Münzviertel

am Donnerstag, den 31.3.16 um 19.00 Uhr in der Tagesaufenthaltsstätte für Wohnungslose„Herz As“ Norderstraße 50

alleiniger Tagesordnungspunkt:

Anschlussnutzung des Geländes am Schultzweg nach Abschluss des Winternotprogramms durch temporäre Unterbringung von Flüchtlingen.

mit Falko Droßmann, Bezirksamtsleiter Hamburg-Mitte, Michael Mathe, Leiter Fachamt Stadt- und Landschaftsplanung Hamburg-Mitte und Vertreter*innen der Fachbehörde für Arbeits, Soziales, Familien und Integration, „Fördern und Wohnen“ sowie ZKF (Zentrale Koordinierungsstelle für Flüchtlinge)

Seit 2011 beherbergen wir im Münzviertel mit einem Jahr Unterbrechung das jährliche Winternotprogramm gegen den Erfrierungstod für wohnungslose Menschen. Waren es 2011 240 Schlafplätze in der Spaldingstr. 1a so sind es derzeitig 450 Plätze auf dem ehemaligen Grundstück der Schule für Hörgeschädigte an der Münzstraße.

Nie haben wir uns gegen die Einrichtung des Programms gewehrt, sondern haben uns stets unserem Selbstverständnis eines nachbarschaftlichen Miteinander folgend für die sozialen Belange von wohnungslosen Menschen eingesetzt. Was uns allerdings stets nervte und nervt, ist die Arroganz der Fachbehörden und der jeweils dafür verantwortlichen Politiker*innen gegenüber unseren Fragen und Alternativvorschläge.

Aber es kommt noch heftiger und dabei schlägt die Arroganz der politisch Verantwortlichen in den Fachbehörden und Senat um in puren Zynismus:

Hatten wir uns endlich nach drei Jahren Winternotprogramm im Münzviertel (einschließlich einer Einrichtung eines Unterbringungsprogramms für Menschen im Asylverfahren zwischen Ende des Winternotprogramms 2012/13 und dem Anfang des Programms 2013/14) mit der zuständigen Fachbehörde über die nachbarschaftlichen Regularien eines alltäglichen Miteinander zwischen dem Viertel und der Einrichtung geeinigt so wurde uns ohne Vorinformation Ende August 2015 die Einrichtung des derzeitigen Winternotprogramms mit einem massiven polizeilichen Großeinsatz rund um die von uns für unsere Stadtteilaktivitäten angemieteten Räume in der ehemaligen KITA Schule für Hörgeschädigte „von oben nach unten“ im wahrsten Sinne in uns hineingeprügelt, was an Zynismus nicht zu überbieten ist.

Und nun die Kehrtwende? Wir reden wieder mit einander! Pure Heuchelei. Auch bei dieser Veranstaltung werden wir wiederum degradiert zu bloßen Empfängern von Informationen über bereits vollendete Tatsachen. Alles andere ist Veranstaltungskosmetik.

Ehrlicher wäre es von den politisch Verantwortlichen dieser Stadt gewesen, endlich mit uns in einen konstruktiven Dialog ohne hierarchisches Gehabe des Besserwissens über unseren 2011 im Rahmen des „Fördergebiet Münzviertel“ (RISE) erstellten Bebauungsentwurf für das ehemalige Schulgrundstück am Schultzweg einzutreten, wie wir diesen seit über zwei Jahren einfordern. Stattdessen wird uns fortwährend ein arrogantes Basta entgegengestellt und wenn das nicht ausreicht wird die Polizei geschickt.

Übrigens unser Entwurf aus dem Jahr 2011 enthält innerhalb des von uns geforderten 100% öffentlich geförderten Wohnungsbau auch Wohnungen für Familien im Asylverfahren sowie in Kombination mit dem Werkhaus Münzviertel ein betreutes Wohnprojekt für wohnungslose Jugendliche. Ein weitsichtiger Blick, der den anderen fehlt.

Stadtteilinitiative Münzviertel 29.3.16

s. weiter: Presseerklärung: Winternotprogramm 2012/ 2013  http://www.muenzviertel.de/blog/?p=476

s. weiter: David und die Finanzbehörde :http://www.muenzviertel.de/blog/?p=3135

David und die Finanzbehörde

IMG_7980 Zaun II

David und die Finanzbehörde

Zweimal versuchte es die Finanzbehörde mit purer Polizeigewalt. Am 27.7.15 und am 2.9.15. Dazwischen 35 Tage ständige Polizeipräsenz rund um die Uhr mittendrin im Münzviertel.

Angriffsziel war unsere Poesie, unser Querdenken, unsere Empathie und Solidarität mit den anderen: http://www.muenzviertel.de/blog/?p=2953

Seit 14 Jahren gestalten wir das Gemeinwesen Münzviertel. Dabei sind herausgekommen:

14 jährliche Straßenfeste / 2008 – 2014 Aufnahme des Viertels als Fördergebiet in das Rahmenprogramm Integrierte Stadtteilentwicklung (RISE) (Schlüsselprojekte „Werkhaus Münzviertel“ (betreutes Tagesangebot für obdachlose Jungerwachsene) und Neubebauung ehemaliges Gelände Schule für Hörgeschädigte Schultzweg 9.) / 2008 Gründung: Quartiersträgerverein „Kunstlabor naher Gegenden (KuNaGe) e.V. / 2008 – 2013 Konzept: „Werkhaus Münzviertel“ / 2011 – 2013 „Winternotprogramm“ Spaldingstraße 1a sowie 2015 ehemalige Schule für Hörgeschädigte Schultzweg 9 * / 2011 Studentischer städtebaulicher Wettbewerb HCU zur Neubebauung der ehemaligen Schule für Hörgeschädigte / 2013 Betrieb des Werkhauses in der ehemaligen Jugendwerkstatt Rosenallee 11 in gemeinsamer Trägerschaft „KuNaGe e.V.“ und „passage gGmbH“ / 2014 Zwischenmietvertrag zwischen KuNaGe e.V. und LIG für Räume in der KITA der ehemaligen Schule für Hörgeschädigte in Vertretung für die Stadtteilinitiativen Food Coop „Tante Münze“ und „Radküche Münze“ und LIG.

Der aktuelle dritte Angriff der Finanzbehörde auf unsere Stadtteilaktivitäten erfolgt in Form einer Kündigung des Zwischenmietvertrags bis zum 31.3.16 und dieses obwohl die ersten Baumaßnahmen auf dem Schulgelände aller Voraussicht nach erst im Frühjahr 2017 nach Beendigung des Winternotprogramms 2016/2017 auf dem Schulgelände beginnen werden. Als Begründung für die Kündigung führt die Behörde unsere Zuhilfenahme eines Anwaltsbüros zur Aufklärung einer mittels Vattenfall an KuNaGe e.V. gerichtete völlig überhöhte Stromnachforderung von 30.050,44 € an. Nach den Recherchen der Mopo v. 10.3.16 ** entpuppte sich diese als reiner Rohrkrepierer und der Kündigungsgrund der Anwaltshilfe wird zur Farce.

Auf Nachfrage der Hamburger Abendblatt Online-Redaktion v. 10.3.16 *** ob nicht eine solche horrende Nachforderung den Quartiersträgerverein in eine drohende Insolvenz treibe, antwortet der Pressesprecher der Behörde Daniel Stricker: „Es ist uns ziemlich egal, was der Verein macht“

Eine solche zynische Haltung der Finanzbehörde ist eine klare Kampfansage an unsere 14jährige Stadtteilarbeit in deren Mitte die Identifikation der Bewohner*innen mit ihrem Viertel steht.

Deshalb fordern wir die Finanzbehörde eindringlich auf, die Kündigung zurückzunehmen und sich nicht weiterhin einer von der Bezirkspolitik Hamburg-Mitte angebotene Vermittlung zu verweigern. ****

Stadtteilinitiative Münzviertel 21.3.16

*       „Container mit 400 Schlafplätzen Münzviertel: Zoff um neues Obdachlosen-Zentrum in Hamburg“ Mopo v. 30.10.15

**     „Zoff eskaliert Stadt schmeißt „KoZe“ raus – und verschickt saftige Stromrechnung“ Mopo v. 11.3.16

***   „Kollektives Zentrum erhält horrende Stromrechnung“ Hamburger Abendblatt Online Ausgabe v. 10.3.16

**** „Wirbel nach Kündigung für „Kollektives Zentrum“ NDR 90,3 11.3.16

s. weiter: http://www.muenzviertel.de/blog/?p=3057